Zivilisationskrankheit

Zivilisationskrankheit, die [„e-e. Krankheit (wie z.B. e-e. Allergie), die für die moderne Zivilisation typisch ist „1; gebildet aus „ Zivilisation (von lat. civis, “Bürger“, dt. etwa „Gesittung“), die auf die Barbarei folgende Vorstufe der Kultur, die den Menschen allmählich zum planmäßig, wohlgeordneten Zusammenwirken mit seinesgleichen erzieht u. damit erst die wichtigste Vorbedingung der Kultur schafft.“2; und „Krankheit“ – Abweichung von gerade aktuellen Normverhalten des Einzelwesens in der Gesellschaft – hier verwendet als pseudonyme Bezeichnung für die Summe der gesellschaftsbedingten speziellen Erkrankungen von Menschen im Ausgang des 20. bis Beginn des 21. Jahrhunderts unter der Weltherrschaft des Spätkapitalismus/ Imperialismus ].

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Toleranz

Toleranz, die [lat. tolerantia – geduldiges Ausharren; toleratio – das Erdulden]  Die Gedanken zur T. sind so alt wie die Menschen an sich. T. ist auch als Gegenpart zu Dogmen und Willensunterwerfung (z. B. unter Religionen) zu verstehen.Viele Menschen sprechen von Akzeptieren und Anerkennen anderer Meinungen; von Achtung gegenüber „Andersdenkenden“; Verständnis wird eingefordert, Duldung erwartet.. Die Menschen sollen dulden, gewähren lassen und erlauben. Letztlich läuft alles auf die Ansicht von der Gleichwertigkeit aller Menschen hinaus, egal, wo sie geboren sind und wie sie denken. Auch verschiedene Weltsichten und Religionen müssen keinen Hass gegenüber dem anderen Denken hervorrufen.T. kann eng und weit gesehen werden. Die Betrachtungen enthalten übereinstimmende Elemente: T. bedeutet Duldsamkeit, bes. in religiösen Fragen (Glaubensfreiheit), das Gelten lassen anderer Gewohnheiten, Meinungen, Weltanschauungen, Sitten. T. existiert nicht losgelöst von gesellschaftlichen Strukturen; sie ist vielmehr abhängig von den jeweiligen Klasseninteressen. Sehr bedeutsam ist die Einstellung des Einzelnen zu T., z. B:Ich achte alle Menschen, gleich welchem Glauben sie sich zugehörig fühlen. Ich bin gegen Gewalt jeglicher Art. Schön wäre es, wenn ich mit diesen Sätzen dieses Thema beenden könnte. Es drängt sich jedoch ein Fragenkomplex auf, der einer Antwort bedarf. Muss man tolerieren, wenn zu Gewalt und Krieg, zum Töten aufgerufen, wenn Selbstaufgabe gepriesen wird? Darf man tolerieren, wenn im Medienspektakel Gewalt als Unterhaltungsshow dargestellt wird?Ich kann Gegenargumente bringen, kann diskutieren, Meinung vertreten; ich kann das Fernsehgerät ausschalten und die Zeitung nicht kaufen. Ich kann selbst schreiben und die Aspekte der Vernunft darstellen, ohne natürlich den Anspruch auf die absolute Wahrheit zu erheben. Ist das tolerant? Ist meine Meinung vernünftig, weil ich andere Menschen, anderen Glauben, andere Überzeugungen achte, weil ich mich gegen Gewalt ausspreche? Ich meine doch, denn auf solcher Grundlage ist der fruchtbare Meinungsstreit erst möglich.Aber es muss auch etwas gegen den Hass und die Intoleranz getan werden. Kommen wir also vom theoretischen Disput zum praktischen Handeln. Es gibt Menschen, die bewusst und vorsätzlich Menschen töten, es gibt Krieger von Beruf; solche, die Gewalt anwenden, physische oder psychische, um ihre Macht zu erhöhen. Es gibt Menschen, die Frauen vergewaltigen, die foltern, die Flugzeuge entführen oder Krankenhäuser zerstören, um ihre Ziele zu erreichen; und es gibt Menschen die Umwelt zerstören, Bäume und Tiere vernichten, Müll in die Meere entsorgen, alles um des Profites willen.Kann man, soll man das alles tolerieren? Natürlich nicht, sagen wir alle. Ich kann meinen Mitmenschen darauf aufmerksam machen, ich kann demonstrieren, kann die gewählten Politiker auffordern, den Kriegern der Gewalt, den Umweltzerstörern die Hilfe, sprich das Geld zu entziehen, und wir können den Opfern spenden. Was aber tun wir, wenn die Politiker selbst Gewalt wollen, weil Krieg Geld bringt, wenn von den Spenden Waffen gekauft werden für noch mehr Krieg? Sind wir ohnmächtig?Wir dürfen auf keinen Fall müde werden wider solche Politik, Wir dürfen nicht gleichgültig uns das Elend und den Egoismus vorflimmern lassen, als wäre es nicht unser Leben, das da beendet wird! Aber nicht Rache sollten wir fordern, sondern Gerechtigkeit ­.Erkennbar wird hier eine Schwierigkeit, welche T. in sich birgt. Sie erscheint uns bisweilen mit dem Gefühl der Ohnmacht und Ungerechtigkeit gekoppelt. Wie oft denkt man an einen Schlag in das Gesicht, an einen Tritt, wütet in sich hinein, wenn man all die Ungerechtigkeiten erfährt, im eigenen Alltag oder im großen „Weltengeschehen“; wenn man gequälte, verhungernde Menschen sieht, aufgenommen mit einer Kamera, deren Preis viele dieser Menschen lange Zeit gesättigt hätte.Erinnern wir uns an den Satz der Aufklärung, formuliert von Immanuel Kant (1724 – 1804): „Sapere aude ‑ habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen.“ Nutzen wir ihn, diesen Verstand, um mit unseren Taten das Wort T. mit Inhalt zu füllen; für mehr Ruhe und Friedlichkeit in unserem Inneren und für Ausstrahlung auf jeden Nachbar, Kollegen, Bekannten gegen die Gewalt, gegen die Gefahr des Gewöhnens an Missstände und Brutalität, gegen das Wegschauen zu sorgen. Und wenden wir uns als Humanisten und Freidenker gegen solche Menschen, die T. in ihren Auffassungen und Taten vermissen lassen. „Was ist Toleranz? Sie ist die Menschlichkeit überhaupt. Wir alle sind gemacht aus Schwächen und Fehlern; darum sei erstes Naturgesetz, daß wir uns wechselseitig unsere Dummheiten verzeihen.“ (Francois-Marie Arouet Voltaire, zit.nach 4) 

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Menschenrechte

Menschenrechte die [Menschenrechte die angeborenen und unveräußerlichen Rechte des Menschen. Zum erstenmal in der am. Unabhängigkeitserklärung 1776 formuliert, dann in der Französischen Revolution (1789) verkündet. Von dort Aufnahme als Grundrechte in die Verfassungen vieler Staaten.

Die 1948 von der UN mehrheitlich beschlossene Internationale Charta der M. nennt: Recht jedes Menschen auf persönl. Freiheit und Sicherheit, auf Besitz, freie Meinungsäußerung, Religions-(Glaubens-, Gewissens-)Freiheit, Versammlungsfreiheit, Recht auf Freizügigkeit, Asyl, Gleichheit vor dem Gesetz, Recht auf Arbeit und freie Berufswahl, gerechten Lohn, ausreichenden Lebensunterhalt und soziale Sicherheit.]1

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Materialismus

Materialismus, der – [lat. von „materia“- Ursache, Stoff.„…philosophische Lehre, die die ganze Wirklichkeit  (einschließlich Seele, Geist, Denken ) auf Kräfte od. Bedingungen der Materie zurückführt.“1; „die dem Idealismus entgegengesetzte Grundrichtung der Philosophie; umfasst alle Weltanschauungen und philosophischen Auffassungen, die im Gegensatz zum Idealismus davon ausgehen, das die -> Materie gegenüber dem -> Bewußtsein das Primäre, das Grundlegende, das Bestimmende ist, und damit die -> Grundfrage der Philosophie materialistisch beantworten.“2]

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Imperativ

Imperativ  (nach Kant); / der; lat. Befehlsform des Zeitwortes

 „Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauch seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit.“(1)

Nach der Überwindung der Religion und dem Erkennen der neuen Verdummung durch einige Medien steht hier plötzlich die Frage, inwieweit heutige Regeln, Gesetze usw. vernünftig und richtig sind, oder ob sie zum Hemmschuh der Aufklärung werden.

Viele Satzungen beinhalten Dinge, die überhaupt nicht von den in der Gegenwart dort tätigen Menschen umsetzbar sind; viele andere Dokumente sind zu starr, was verordnet wurde bleibt Gesetz wider jeder neuen Erkenntnis.

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Frieden

Frieden [ der rechtlich geordnete Zustand innerhalb einer Gemeinschaft, bes. zw. Staaten der Zustand, in dem sich diese keiner gewalttätigen Mittel bedienen, um ihre Interessen durchzusetzen.1]  F. ist kein Naturzustand, er ist ein Anspruch an die Vernunft der Menschen, sich selbst nicht wie die Tiere zu betrachten als Nutzen und Nahrung. Das Zusammenleben vieler intelligenter Wesen auf diesem räumlich begrenzten Erdenball erfordert Regeln und Normen, Gesetze des miteinander Umgehens. Hier beginnt der Anspruch an Menschenrecht auf F. und Gerechtigkeit, eigentliche Voraussetzungen für die Freiheit des einzelnen Menschen und Grundbedingung für die Existenz menschlicher Gesellschaftsformen.Im heutigem Zustand der Entfremdung des Menschen von sich selbst infolge der Ausbeutung von Menschen durch Menschen hat F. einen besonders brisanten Zug. Die herrschende Klasse innerhalb des Kapitalismus/ Imperialismus/ Militarismus strebt nach Maximalprofit, ohne auf Menschlichkeit irgendeiner Art Rücksicht zu nehmen. Krieg, Zerstörung und somit auch Gewalt sind zu einem begehrten Lösungsansatz gegen wirtschaftliche Stagnation geworden, welche typisch für alle Ausbeuterordnungen ist. Krieg sichert höchste Profite; das mit ihm kommende Leid und Elend, die Toten und die Zerstörung bringen noch Umsatz und damit wird auch daran verdient. So pervers, so weit sind wir vom Humanismus entfremdet. Regierungen, die sich auch noch so demokratisch geben, sind hier immer als die Marionetten des Kapitals zu verstehen und wenn Krieg zum Überwinden der wirtschaftlichen Krise benötigt wird, muß er auch politisch herbeigeredet und gerechtfertigt werden.Deshalb muß der Kampf für den F. einen hohen Stellenwert einnehmen im Leben jedes vernünftigen Menschen. Er ist unter diesen gesellschaftlichen Umständen die Frage nach dem Überleben an sich, als Mensch, Gesellschaft und Natur. Es bedarf großer Anstrengungen für den F. zwischen den Menschen im Einzelnen, den Völkern und gegenüber der Natur. Leider ist die bisherige Geschichte der Menschheit die Geschichte von Kriegen. Immer haben daran die Herrscher verdient und die Massen trugen die Last. Mit der Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Einklang mit einem völlig neuen Bewußtsein des Menschen kann es noch möglich sein, eine Zukunft aufzubauen, in welcher der F. Normalität ist, denn mit dem System der Ausbeutung fallen Krieg und Gewalt, Selbstsucht und Haß in sich. Bis zu dieser Zukunft aber bleibt eine hohe Verantwortung aller friedliebenden Menschen, den Ausuferungen Einhalt zu bieten und um den F. zu kämpfen an jedem Tag mit der praktischen Tat. 

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Anarchismus

Anarchismus, der – [gr.-nlat. „Anschauung, politische Lehre, die jede Art von Autorität (z.B. Staat, Kirche) als Form der Herrschaft von Menschen über Menschen ablehnt u. menschliches Zusammenleben nach den Grundsätzen von Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit ohne alle Zwangsmittel verwirklichen will.“1 ]

Unter A. versteht man im Volksmund eigentlich etwas wie Rückschritt oder Staatsfeindlichkeit im negativen Winkel der Betrachtung. Menschen, die gegen den Fortschritt sind, werden als Anarchisten bezeichnet, selbst Terrorismus wird gelegentlich als A. bezeichnet. Doch der Begriff birgt wesentlich mehr philosophischen Hintergrund.

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Entfremdung

Entfremdung, die – [philosophischer Begriff, welcher in der Gegenwart als Sammelbezeichnung für den gesamtgesellschaftlichen Verfall benutzt wird].

Unter E. versteht man alle Formen des Nichtübereinstimmens der Lebensbilder mit dem Idealzustand menschlicher Freiheit. E. entstand nicht mit dem Menschen, sondern erst mit der Arbeitsteilung und der Möglichkeit, sich durch Besitz und Reichtum andere menschliche Arbeit anzueignen, ohne dafür selbst ein gleiches Quantum an Arbeit aufbringen zu müssen. Neid und Hass sind erste Anzeichen der E., Religionen, also das Suchen von Erklärungen außerhalb der Wissenschaften, hier durch Götter, sind Formen ideologischer E.; das Grundproblem liegt aber in der Ausbeutung des Menschen durch Menschen, der ökonomischen E.. Wir haben uns aus dem Stadium der Freiheit in die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen begeben. Jeder Mensch möchte nach seinem Charakter ein kleiner Ausbeuter sein, Recht für sich aushebeln, Macht ausüben gegenüber den Schwächeren. Diese Brutalität ist ein Gegensatz zu meinem Menschenbild; sie stellt auch den grundlegenden Wesenszug der E. dar, eine Gesellschaft, wo sich die Entmenschlichung mit Zunahme der Geldumfänge potenziert.

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Demokratie

Demokratie die [griech. „Volksherrschaft“ („Staatsform, in der die vom Volk gewählten Vertreter die Herrschaft ausüben.“]1D. ist eine bisher nur als Illusion  bestehende Vorstellung der Menschen vom gerechten Staat. Sie umfasst die Verwirklichung von Vernunft, Freiheit und Humanismus. Das Denken und Streben nach D. haben schon immer fortschrittliche Menschen betrieben und viele „Revolutionen“ wurden zur Verwirklichung durchgeführt. Bei allem Respekt und erreichtem Fortschritt muß aber realistisch festgestellt werden, das es D. bis heute nicht gab oder gibt der Definition nach. Gerade die sogenannte „Westliche D.“ ist nur ein geheuchelter Anspruch auf scheinbar vorhandenes Recht des einzelnen Menschen, durch seine Tat oder seine Meinung an der Form der Regierung etwas ändern zu können oder gar dem befehlenden Finanzkapital als wirklichem Machthaber Menschlichkeit abzuringen.D. ist eine Utopie von gerechtem Staatswesen, eine Form der Selbstverwirklichung des einzelnen Menschen mit der Masse der Menschen in der Lebensumgebung Natur.. D. ist nur weltweit zu erreichen als Lebensform der Menschen, sie ist die Aufhebung der Entfremdung des Menschen von sich selbst und letztendlich der Beginn des vernünftigen Lebens von Milliarden Menschen auf dieser Erde. Mit D. in Verwirklichung fallen die Unterschiede der Menschen zum Bedürfnis des Einbringens meinerseits  und die Gründe für Terror und Gewalt.D. ist Frieden.  „Eine entsprechend gebildete , fähige Weltbevölkerung hätte wohl bald auch eine Welt-Regierung.“²Was zu dieser Freiheit benötigt wird, ist das selbstständige Nachdenken des einzelnen Menschen  über sein eigenes Sein und die Überwindung der materiellen Scheinselbstständigkeit. Wirklich selbstständig  kann der Mensch werden, wenn er sich in eine D. einbringt. 

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