„Das freigeistige Wort zum Sonntag“, den 02.11.2008

Das „freigeistige Wort zum Sonntag“ ist ein Beitrag des „Brandenburgischen Freidenkerverbandes“.  Die Idee besteht darin, dass ausgehend von einem Zitat eine kurze Meinungsdarstellung verschiedener Autoren veröffentlicht wird, über welche man dann diskutieren kann.

Die Redaktion liegt z.Z. auf Bitte des Vorstandes in meiner Hand, das. bedeutet, das an meine Adresse jederzeit unter der Bemerkung „WzS – Entwurf“ Texte gesendet werden können und ich diese dann zeitlich einordne. Ich hoffe auf aktive Vielfalt! Für die Texte ist der jeweilige Autor selbst verantwortlich. Dargestellte Meinungen müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

A. Krödel

Das freigeistige Wort zum Sonntag“ , den 02.11.2008, von Andreas Krödel

„Das sechzehnte Jahrhundert zerreißt die Glaubenseinheit. Vor der Buchdruckerkunst wäre die Reformation nur eine Spaltung gewesen, die Erfindung des Buchdruckes macht sie zur Revolution. Man nehme die Presse weg, und die Ketzerei ist wirkungslos. Mag das verhängnisvoll oder von der Vorsehung bestimmt sein: Guttenberg ist der Vorläufer Luthers.“[Hugo: Der Glöckner von Notre Dame. DB Sonderband: 100 Werke der Weltliteratur, S. 18350(vgl. Hugo-Notre-Dame Bd. 1, S. 220)http://www.digitale-bibliothek.de/habenmuss_weltliteratur.htm ]  

Nun hat der Osten den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag begangen, überschattet von den Aktivitäten der Hellowinfans, das große Amerika lässt grüßen. Luthers Thesen, die Bibelübersetzung ins Deutsch, die Abspaltung von der reaktionären katholischen Kirche, das alles endete ebenso in Glaubensdogmen und Obrigkeitshörigkeit, allein es war damals tapfer und eine Pionierleistung, nutzt uns allerdings heute nichts mehr, weil wir den Glauben an Götter mit Feuerbach überwunden haben und die Religionen als Menschenwerk entkleidet haben. Es gibt Götter und Teufel nur in der Phantasie der geknechteten Menschen, auch wenn sich damit viel Geld verdienen lässt und Macht zu erheischen ist.Die Frage der Woche könnte also lauten: Woran glauben die Atheisten, an Humanismus, Materialismus, Dialektik oder Kommunismus  – müssen wir letztendlich alle an etwas glauben? Andreas Krödel

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