„Das freigeistige Wort zum Sonntag“, den 09.11.2008

Das „freigeistige Wort zum Sonntag“ ist ein Beitrag des „Brandenburgischen Freidenkerverbandes“.  Die Idee besteht darin, dass ausgehend von einem Zitat eine kurze Meinungsdarstellung verschiedener Autoren veröffentlicht wird, über welche man dann diskutieren kann.

Die Redaktion liegt z.Z. auf Bitte des Vorstandes in meiner Hand, das. bedeutet, das an meine Adresse jederzeit unter der Bemerkung „WzS – Entwurf“ Texte gesendet werden können und ich diese dann zeitlich einordne. Ich hoffe auf aktive Vielfalt! Für die Texte ist der jeweilige Autor selbst verantwortlich. Dargestellte Meinungen müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

 

A. Krödel

Das freigeistige Wort zum Sonntag“ , den 09.11.2008, von Andreas Krödel « Das Christianopolis des Johann V. Andreae 

in Anlehnung an: S. Wolgast „Philosophie in Deutschland“ S.261 ff (Akademie-Verlag Berlin; 1988)Wo beginnt die Beschreibung eines Staatswesens?Erste Thesen und Sätze von Andreae beinhalten das Bildungswesen.  Er fordert Erziehung und Unterricht für alle, den Unterricht „in der Muttersprache“. Dabei kommt es ihm darauf an, mehr auf das Leben vorzubereiten, und nichts in die Lernenden „hineinzustopfen“, um es wieder „ausgurgeln“ zu lassen.  Er stellt drei Forderungen an die Lehrmethode:„1. der Jugend soll nichts von dem, was sie lernen soll, „exotika lingua“ (in fremdländischer Sprache und Begriffen) beigebracht werden; 2. es soll: nichts gelehrt  werden, was über die Fassungskraft der Schüler hinausgeht und dem betreffenden Alter unangemessen ist; 3. die Unterrichtsgegenstände sollten nicht so häufig, jedenfalls nicht stundenweise gewechselt, sondern intensiv betrieben werden.“Im weiteren Lebenslauf des Andreae entsteht ein Bildnis des Utopisten, und die Inhalte werten diese philosophische Richtung auf, nachdem sie in den letzten Jahren der „Partei-Ära“ stets abwertend behandelt wurde, vor allem mit den Gedanken, „uns nicht von Wunschvorstellungen leiten zu lassen“.Viele „Träume“ der gegenwärtigen Situation sprechen in den ihnen eigenen Abstraktionen die Tatsache aus, daß eine solche Unterdrückung über Jahre hinweg angestaut nicht nur positive Elemente bei ihrem plötzlichem freien Lauf hervorbringt.S.Wolgast läßt diesen Abschnitt zu einem Plädoyer für die Freiheit des Denkens werden. Er charakterisiert so scharf .daß einige Zitate erlaubt seien:„Auf die Krise antwortet die Kritik. Auch die Utopie ist Kritik, und zwar grundsätzliche Kritik“…“…der Utopist ebenso Kind seiner Zeit wie ihr vorauseilender Kundschafter“….“entwirft einen Neubau der Gesellschaft.“Die Utopie intendiert (strebt an) die Entfaltung der menschlichen Würde durch die Anstrengung des Menschen selbst.  Sie ist zugleich Produkt und Instrument eines anderen Bildes vom Menschen und eng verbunden mit der Emanzipation des menschlichen Denkens.“ Die Forderungen von Andreae für öffentliche Schulen; für die Jugend als „das wertvollste Gut eines Staates“; für Bildung und Achtung der Frauen; für hohe Achtung der Alten und für die Unterstützung von „Fremden“ und Armen umschließen diesen humanistischen Staat Christianopolis.Hierzu sei ein letztes Zitat gestattet: „Fortschritt heist für Andreae Streben nach Selbstverwirklichung des Menschen.Theoretisches Wissen bedeutet Macht zur praktischen Veränderung“Soweit einige Akzente zur Wahl und zur utopischen Darstellung des geschichtlichen Hintergrundes, wobei die Entleihung des Namens „Christian Rosenkreutz“ als „sozialistische Persönlichkeit“ spezielles Bindeglied zu den aktuellen Ereignissen zum Ausgang des 20. Jahrhunderts ermöglichen soll.“ 

G.G.M „Zyklus eines Freidenkers“ Teil 1 (unveröffentlicht) Andreas Krödel  1989 

Ich wurde gebeten, das Thema „Utopie“ heute in den Mittelpunkt  zu stellen, ich komme dem in Fortsetzung der letzten WzS gerne nach.Schauen wir also zunächst nach einer Definition, da steht bei „Wikipedia“ im Internet unter „Utopie“ nachzulesen:„Eine Utopie (aus altgriechisch ο ou- „nicht-“ und τόπος tópos „Ort“; vergleiche auch Ektopie und Atopie) ist eine Wunschvorstellung, die sich dadurch auszeichnet, dass sie zwar denkbar und in vielen Fällen wünschenswert, vor dem jeweiligen historisch-kulturellen Hintergrund jedoch in vielen Fällen (noch) nicht oder nicht mehr realisierbar ist. Sie ist die Beschreibung einer Welt, eines Ortes, an dem derartige Vorstellungen verwirklicht sind. Im Sprachgebrauch wird Utopie auch als Synonym für einen von der jeweils vorherrschenden Gesellschaft vorwiegend als unausführbar betrachteten Plan, ein Konzept und eine Vision, benutzt.Ein ähnlicher, in diesem Kontext oft verwendeter Begriff ist der Wunschtraum. Es handelt sich um eine Gesellschaftsordnung, die bisher keinen Ort hat und nur als Gedanke und Idee existiert.“Sind wir nicht alle irgendwo auch Utopisten, haben wir nicht auch das Recht zu schwärmen, unseren Zukunftsgedanken freien Lauf zu lassen? Ich denke, das zeichnet gerade das freie Denken aus und ist besser als die geistige, völlige, Unterordnung unter einem von Menschen erdachten Gott. Als These könnte ich sagen: Jeder Mensch mit Anspruch auf freies Denken ist auch zum Teil seiner Persönlichkeit ein Utopist.Die Utopie der Überwindung der Entfremdung, das humanistische Leben aller Menschen dieser Erde in Frieden, ein Kommunismus also nach Krödel, das ist z.B. Teil meines Lebens, es sind Gedanken, ob wir den Imperialismus der Gegenwart gestatten, die gesamte Menschheit im Chaos zum Untergang zu verurteilen oder ob wir durch dessen Beseitigung und Schaffung einer lebensfreudigen Gesellschaft Natur und Mensch noch retten können.Wollen wir das wirklich, ist es höchste Zeit zu handeln.Utopie kann nicht der einzige Lebensinhalt sein, wir dürfen den täglichen Klassenkampf gegen das kapitalistische Geldregime nie vergessen.Lasst uns also die Kräfte bündeln, die zum Leben führen, sprengen wir die Enge der Satzungen und Statuten, lasst uns ein bereites Bündnis schaffen von allen Menschen, die gegen den Imperialismus arbeiten und für eine menschliche Zukunft eintreten. 

Ist also Utopie ein unverzichtbarer Teil des menschlichen Lebens? Kann man aus der Utopie eine Strategie ableiten, wie es besser werden kann, als wie sich die Gegenwart darstellt? 

Denkt darüber nach! 

Andreas Krödel 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.