Traum eines Freidenkers

Traum eines Freidenkers

August 2006 

Es war einmal eine Welt ohne Ausbeutung des Menschen durch Menschen, eine Welt ohne dem Regime des Geldes/Kapitals, hier war die Entfremdung überwunden. Die  Menschen brachten sich ein in der maximalen Entfaltung ihrer selbst. Sie waren so weit entwickelt, das sie sich selbst achteten wie die anderen Milliarden dieser Welt, es gab kein Böses mehr und es war keine Macht des Staates mehr vonnöten, sie in ihrer Freiheit ausleben zu lassen. Das Eigentum entsprach dem persönlichen Bedürfnis und wurde aufgewogen durch den persönlichen Einsatz für die Gesellschaft. Es gab weder Gleichheit oder Gleichmacherei sondern jeder wurde als freies Wesen , sich selbst verwirklichend, gewertet. Dies ist die absolute Freiheit des Menschen, aufgehend in Selbstverwirklichung. Für diesen optimalen Anspruch arbeite ich, denn es ist weder Traum noch unrealistisch, es ist möglich, dies zu erreichen in Menschengedenken, Menschengedanken auf einer Welt, auf der ganzen Welt. Es ist die Welt des Friedens, die dem Krieg an sich jeglichen Nährboden längst entzogen hat.  

Diese Arbeit widme ich allen Freidenkern als Ansporn zum Tätigwerden in einer Zeit der Resignation und Desillusionierung. Ich füge grundsätzliche Arbeiten meinerseits zusammen mit Zitaten und Einfügungen zu einem überlegenswerten Ganzen. Es ist eine Arbeit für die Philosophie, so wie sie im Buch von Joachim Kahl „Weltlicher Humanismus“ LIT Verlag Berlin 2006 (ISBN 3-8258-8511-9) beschrieben steht. Wir können auf S. 16 lesen:„Philosophie ist eine differenzierte und konzentrierte Form, die Wirklichkeit gedanklich zu erfassen. Sie verlangt Abschied von Denkfaulheit und Mut zur Wahrheit.“Wo ich persönlich im Text nicht mitgehen kann, lesen wir auf Seite 33:„Die Teilhabe möglichst vieler, tendenziell aller Menschen an einem guten Leben in Freiheit und Wohlstand, in Gerechtigkeit und Demokratie, in Gesundheit und Sicherheit ist der politisch-gesellschaftliche Kernbereich einer humanistischen Vision. Er lässt sich nur verwirklichen auf der Grundlage einer erfolgreichen und vielfach bewährten Ökonomie, das heißt einer Marktwirtschaft, die sich in einem rechts- und sozialstaatlichen Ordnungsrahmen entfalten kann.“ (ebenda)Ich habe bei Marx gelernt, das Marktwirtschaft als kapitalistische Wirtschaftsform dasteht und in einer solchen Ökonomie können sich genannte Attribute nicht verwirklichen, dazu bedarf es einer anders gestalteten Basis, wo der Mensch als Einzelwesen nicht der Ausbeutung unterliegen kann. Auch die Begriffe rechts- und sozialstaatlich sind belegt mit einem Marionettenregime der Politik zur Realisierung von Maximalprofit für weniger reiche Konzernbosse, Versicherungen und Banken.Kehren wir aber zum Ausgangspunkt zurück. 

Freidenkerarbeit beginnt mit Toleranz, dazu die erste Einfügung: 

Toleranz, die [lat. tolerantia – geduldiges Ausharren; toleratio – das Erdulden] 

Die Gedanken zur T. sind so alt wie die Menschen an sich. T. ist auch als Gegenpart zu Dogmen und Willensunterwerfung (z. B. unter Religionen) zu verstehen.

Viele Menschen sprechen von Akzeptieren und Anerkennen anderer Meinungen; von Achtung gegenüber „Andersdenkenden“; Verständnis wird eingefordert, Duldung erwartet.. Die Menschen sollen dulden, gewähren lassen und erlauben. Letztlich läuft alles auf die Ansicht von der Gleichwertigkeit aller Menschen hinaus, egal, wo sie geboren sind und wie sie denken. Auch verschiedene Weltsichten und Religionen müssen keinen Hass gegenüber dem anderen Denken hervorrufen.T. kann eng und weit gesehen werden. Die Betrachtungen enthalten übereinstimmende Elemente: T. bedeutet Duldsamkeit, bes. in religiösen Fragen (Glaubensfreiheit), das Gelten lassen anderer Gewohnheiten, Meinungen, Weltanschauungen, Sitten. T. existiert nicht losgelöst von gesellschaftlichen Strukturen; sie ist vielmehr abhängig von den jeweiligen Klasseninteressen.

Sehr bedeutsam ist die Einstellung des Einzelnen zu T., z. B:

Ich achte alle Menschen, gleich welchem Glauben sie sich zugehörig fühlen. Ich bin gegen Gewalt jeglicher Art. Schön wäre es, wenn ich mit diesen Sätzen dieses Thema beenden könnte. Es drängt sich jedoch ein Fragenkomplex auf, der einer Antwort bedarf. Muss man tolerieren, wenn zu Gewalt und Krieg, zum Töten aufgerufen, wenn Selbstaufgabe gepriesen wird? Darf man tolerieren, wenn im Medienspektakel Gewalt als Unterhaltungsshow dargestellt wird?

Ich kann Gegenargumente bringen, kann diskutieren, Meinung vertreten; ich kann das Fernsehgerät ausschalten und die Zeitung nicht kaufen. Ich kann selbst schreiben und die Aspekte der Vernunft darstellen, ohne natürlich den Anspruch auf die absolute Wahrheit zu erheben. Ist das tolerant? Ist meine Meinung vernünftig, weil ich andere Menschen, anderen Glauben, andere Überzeugungen achte, weil ich mich gegen Gewalt ausspreche? Ich meine doch, denn auf solcher Grundlage ist der fruchtbare Meinungsstreit erst möglich.

Aber es muss auch etwas gegen den Hass und die Intoleranz getan werden. Kommen wir also vom theoretischen Disput zum praktischen Handeln. Es gibt Menschen, die bewusst und vorsätzlich Menschen töten, es gibt Krieger von Beruf; solche, die Gewalt anwenden, physische oder psychische, um ihre Macht zu erhöhen. Es gibt Menschen, die Frauen vergewaltigen, die foltern, die Flugzeuge entführen oder Krankenhäuser zerstören, um ihre Ziele zu erreichen; und es gibt Menschen die Umwelt zerstören, Bäume und Tiere vernichten, Müll in die Meere entsorgen, alles um des Profites willen.

Kann man, soll man das alles tolerieren? Natürlich nicht, sagen wir alle. Ich kann meinen Mitmenschen darauf aufmerksam machen, ich kann demonstrieren, kann die gewählten Politiker auffordern, den Kriegern der Gewalt, den Umweltzerstörern die Hilfe, sprich das Geld zu entziehen, und wir können den Opfern spenden. Was aber tun wir, wenn die Politiker selbst Gewalt wollen, weil Krieg Geld bringt, wenn von den Spenden Waffen gekauft werden für noch mehr Krieg? Sind wir ohnmächtig?

Wir dürfen auf keinen Fall müde werden wider solche Politik, Wir dürfen nicht gleichgültig uns das Elend und den Egoismus vorflimmern lassen, als wäre es nicht unser Leben, das da beendet wird! Aber nicht Rache sollten wir fordern, sondern Gerechtigkeit ­.

Erkennbar wird hier eine Schwierigkeit, welche T. in sich birgt. Sie erscheint uns bisweilen mit dem Gefühl der Ohnmacht und Ungerechtigkeit gekoppelt. Wie oft denkt man an einen Schlag in das Gesicht, an einen Tritt, wütet in sich hinein, wenn man all die Ungerechtigkeiten erfährt, im eigenen Alltag oder im großen „Weltengeschehen“; wenn man gequälte, verhungernde Menschen sieht, aufgenommen mit einer Kamera, deren Preis viele dieser Menschen lange Zeit gesättigt hätte.

Erinnern wir uns an den Satz der Aufklärung, formuliert von Immanuel Kant (1724 – 1804): „Sapere aude ‑ habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen.“ Nutzen wir ihn, diesen Verstand, um mit unseren Taten das Wort T. mit Inhalt zu füllen; für mehr Ruhe und Friedlichkeit in unserem Inneren und für Ausstrahlung auf jeden Nachbar, Kollegen, Bekannten gegen die Gewalt, gegen die Gefahr des Gewöhnens an Missstände und Brutalität, gegen das Wegschauen zu sorgen. Und wenden wir uns als Humanisten und Freidenker gegen solche Menschen, die T. in ihren Auffassungen und Taten vermissen lassen.

 „Was ist Toleranz? Sie ist die Menschlichkeit überhaupt. Wir alle sind gemacht aus Schwächen und Fehlern; darum sei erstes Naturgesetz, daß wir uns wechselseitig unsere Dummheiten verzeihen.“ (Francois-Marie Arouet Voltaire, zit.nach 4) 

Þ Aggression, Þ Demut, Þ Dogma, Þ Ethik, Þ Humanismus, Þ Konflikt

Lit.:1 BI Universal Lexikon : Bd. 5 – Leipzig, VEB Bibliographisches Institut 1987, S.213 ; 2 Das große Lexikon 1998: –  DATA BECKER (CD) ; 3 Der Brockhaus: – Bertelsmann Club GmbH !992, S.894; 4 Steuerwald, Helmut:  Kritische Geschichte der Religionen…: – Neustadt/Rbge. Angelika Lenz Verlag 1999.

Andreas Krödel 

Was also ist so tolerierbar, das es dem Leben ein Vorwärts bringt? Ich toleriere keinen Fremdenhaß, denn ich bin nur Gast auf dieser Welt. Ich toleriere keinen Krieg und keine Gewalt, denn es gibt immer friedliche Lösungen. Ich toleriere keine Kirche als staatliche Institution, denn Weltanschauung des Einzelwesens muß Privatsache bleiben.Freiheit braucht klare Begriffe und eine Wertung der Geschichte. Deshalb hier eine zweite Einfügung:

Schwarzschrift 2000

Weil ich die Vergangenheit nicht verherrliche, schau ich auf die Gegenwart.Seine eigene Grundlage vernichtet nur der Mensch.“Unser Zivilisationszeitalter.(ist)..mit hochgezüchteter Kultur befrachtet.” (L. Brandes).Die zum Perfektionismus streben, kommen nie ans Ziel.  

Wir haben heute keine “soziale Marktwirtschaft” (dies ist ein medienspezifisches Unwort deutscher Sprache, dessen sich gerne regierende Parteien bedienen), wir haben den Kapitalismus, der in seiner hohen Form nach Imperialismus strebt.“Macht” haben hier alle, die Kapital besitzen (“Geld regiert die Welt”); da sind Banken, Versicherungen und Industrie und sie lassen den Menschen genau soviel ”Luxus”, damit er nicht an Revolution denkt.Schaut man einige Jahre zurück, so anno 1988/89, wir finden vor einen Staat, der sich als “Diktatur des Proletariates” – Auslegung: Herrschaft der Mehrheit (arbeitende Menschen, die Werte schaffen) über Minderheiten (die durch Besitz, Geburt oder Macht reich sind); bezeichnet. Der Staat ist Mitglied der UNO, anerkannt durch vielseitige diplomatische Verträge, Botschaften usw.; er gehört rechnerisch zu den zehn führenden Industriestaaten der Welt.Sprechen wir in der Sprache dieses Staates selbst, so war hier die Politik festzementiert, unflexibel, bewegungsunfähig durch eigene auferlegte Dogmen – Auslegung: unfähig, die PV den Anforderungen der Zeit anzupassen, dadurch stockt die Entwicklung der PK.Ein politischer Dogmenstaat mit überperfektem Überwachungsapparat , wo politische Entscheidungen höher wertig waren als wirtschaftliche Notwendigkeiten, die Wirtschaft zur statistischen Rechnungsgröße verkam, das war ein Ergebnis.Was die wenigsten zu ahnen wagten, aber überall Praxis war – auch die kleinsten “Kader” bereicherten sich, zogen Vorteile aus ihrer Macht, so, wie es die “Großen” vormachten. Die kapitalistische Methode der Selbstbereicherung höhlte die Grundwerte aus und entzog dem Staatswesen moralisch die Berechtigung zum Weiterbestehen, das war ein weiteres Ergebnis.Mittels von allen hochgeschätzten Formen der Gewaltlosigkeit gelang es den Menschen, dieses blockierende System zu zerschlagen; sie standen aber vor den politischen Trümmern und vermochten nicht, ihr eigen Land zu erbauen. Die “Revolutionäre” warfen sich dem Kapitalismus im Freudentaumel in die Arme.Aber, und das sage ich allen, Nichts, nichts hat sie dazu legitimiert;nicht all der politische Schmutz des Staates und seine marode Wirtschaft, nicht der Schrei nach “Meinungsfreiheit” (Auslegung: gibt es Nirgendwo.); Reisefreiheit ( Auslegung: wird heute vom Geld begrenzt,) und Bananen; die Notwendigkeit des Zerschlagens eines Machtapparates von Partei und “Stasi” (Auslegung: dafür Unterordnung unter Kapital und seine politischen “Marionetten”);Nichts rechtfertigt die Verbrechen, die dann geschahen!Der Kapitalismus griff natürlich zu!Es erfolgten völlig rechtswidrig all die Verbrechen, “die eigentlich keiner wollte”:Enteignung der “Ostdeutschen” von IHREM “Volkseigentum”Überstülpen des Kapitalismus und Zerstörung winziger Keime wahrer “Demokratie”brutalste “Siegerjustiz”. Die Menschen auf der Straße, die das verkommene System im Staate wegfegten, sie waren leider blind ( Auslegung: oder schon gekauft vom Kapital) auf dem Auge der Zukunft!“Nichts ist unendlich” (Karusell).Kaum an der Macht praktizierten sie Gleiches, wie ihre Vorgänger und Nachfolger. Sie sicherten sich ihre privaten Vorteile!Worte wie “sozial”, “demokratisch” oder “freiheitlich” sind mit dem Kapitalismus ebensowenig in Einklang zu bringen wie eine schon oben genannte “soziale Marktwirtschaft.”. Dies alles wurde damals den Menschen vorgegauckelt.Der große geschichtliche Vorwurf an diese friedliche Revolution besteht darin, daß aus der Einigkeit und der Kraft heraus, daß es so nicht geht, ein Zwangsstaat zwar beseitigt wurde, man sich aber unterwürfig sofort dem neuen Zwangsstaat unterordnete.Man verschenkte das Land, statt es selbst zu bebauen.

Dies ist im eigentlichem Sinne Verrat am eigenen Volk.

Nun rechnen Statistiker die Vorteile des Kapitalismus gegen die “Vorzüge des Sozialismus” und drängen die Frage auf: “Na, es geht dir doch heute besser!!” Muß es, – es muß!Auf jedem Fall sind wir “Kleinen” ärmer geworden, ärmer an Rechten,  oft auch finanziell und vor allem geistig.Wiederholen wir also das Fragespiel:Korrupte Politiker                                       hatten wir;Wirtschaftsverbrechen-                               hatten wir;Umweltverbrechen                                     hatten wir;Unterdrückung Andersdenkender             hatten wir;“was ist gescheh´n?”.Die große Reisefreiheit wird vom Gelde begrenzt und die Meinungsfreiheit von der Justiz (oder vom Mob, der Todeslisten schreibt!). Da steht zwar geschrieben , die Würde und die Freiheit, auch der Kernsatz, daß Schuld dir zu beweisen ist und nicht du deine Unschuld beweisen mußt; selbst solch Papier ist halt nur Papier in der gegenwärtigen Realität.Aber Bananen gibt es überall und Fleisch und…aber alles was billig, ist chemisch verseucht, bestrahlt oder giftig, eine “Zivilisationskrankheit”; wieder ein falscher Begriff; richtig muß es lauten “Krankheiten infolge des Kapitalprofitstrebens” (was zählen da schon Menschenleben – und außerdem kann man mit Krankheit wieder neu verdienen – ihre Krankenkasse!), jagt die andere. Aber die Medienverblödung und der Werberummel versprechen ihnen wieder-“DEN GOLDENEN WESTEN”.Glaubt es doch, glaubt an das “Schäppchen” und den “Preishammer”; glaubt an die “ehrlichen Politiker”, die das Böse entlarven und glaubt auch an die “Freiheit”, an “Recht” und “Demokratie”, glaubt an den guten Onkel von der Versicherung und “ den Tip” aus der Presse.Es besuchte ein Volk die Schule des Lebens und der Lehrer schreibt:Nichts begriffen, nichts gelernt                  Oberflächenwissen genügendWerbetexte sehr gut                       Kreuzworträtsel gut!Schade – deutsches Volk oder Schande dem….? Es gab einmal einen Begriff, der so richtig auf “DAS BÖSE” der Menschheit paßte : ”MIK” (deutsch: Militärisch-Industrieeller-Komplex) , ich muß dies im Interesse  der Nichtdiskriminierung anderer Völker um einen Buchstaben erweitern.

Ich schreibe also in Zukunft “MMIK” (deutsch: Medien-Militärisch-Industrieller-Komplex) und meine damit alle Verbrechen des Kapitals, wie zum Beispiel Ausrottung von Urbevölkerungen, Gewalt und Gewaltverherrlichung,  Streben nach Weltherrschaft, Kriegsführung und Androhung von Krieg, Medienperversation ohne Rücksicht auf Leben, Würde oder Recht, Zerstörung  der Umwelt, Vernichtung und Verpestung – letztlich alles, was den Untergang des Globus fördert unter dem “fröhlichem Geschrammel und Geblende” mörderischer Medien.

Auch Journalisten sind Mörder.Es ist aus heutiger geschichtlicher Sicht schon schlimm, zu erkennen, daß ein Volk geblendet vom Siegestaumel des eigenen Erfolges, aus Freude darüber, etwas überwunden zu haben; selbst Verbrechen begeht und nicht bemerken will, daß andere in seinem Namen neue, größere Verbrechen vorbereiten und durchführen;daß es zum Vollstrecker einer der großen unblutigen Annexionen in diesem Jahrhundert wurde;daß es während der eigenen Siegesfeier noch verraten, verkauft und versklavt wurde;und bis heute hat es Nichts begriffen! Es gilt, aus der Geschichte heraus nicht den Mut zu verlieren, unsere christliche Tradition des Abendlandes hat leider ebenso wenig positive Aspekte aufzuweisen wie der real existierende Sozialismus, trotzdem gibt es in der Geschichte einen Humanismus, an dessen Wurzeln wir anknüpfen können; deshalb hie die dritte Einfügung:Manifest des Humanismus

„Humanismus

(lateinisch: humanitas, „Menschlichkeit“)Der Begriff im allgemeinen Sinne bezeichnet eine philosophische, soziale und politische Geisteshaltung, die sich am Menschen und seinem Wert ausrichtet. Daraus ergibt sich die unbedingte Achtung der Menschenwürde, der Freiheit und der Gleichheit aller Menschen.In der Lehre des Humanismus wird allen Menschen die Möglichkeit gegeben, ihre äußere und innere Freiheit und ihre angeborenen Fähigkeiten grenzenlos zu entwickeln. 

Geschichte

Der Humanismus bezeichnet eine im 14. Jh. aus der italienischen Renaissance entwachsene geistige Strömung und wissenschaftliche Bewegung, die nach der Ausbildung und freien Entfaltung der Persönlichkeit als Individuum im Sinne der (idealisiert betrachteten) klassischen Antike strebte.Die Entfremdung vom christlichen, jenseitsorientierten Welt- und Menschenbild und die allmähliche Lösung von den festen geistigen und sozialen Bindungen des Mittelalters, die in den Persönlichkeitskult der Renaissance mündeten, verband sich mit der Überzeugung, durch unmittelbare Aneignung des Geistesguts der wesensverwandten Antike ein dem neuen Lebensgefühl gemäßes Kultur- und Menschenideal zu erreichen. In bewusster Abkehr von der Scholastik, die mit zunehmender Erstarrung die letzten Rinnsale antiken Geistes zu verschütten drohte, forderte der Humanismus das kritische Studium der griechischen und römischen Autoren im Originaltext (Suche nach alten Handschriften).Das wichtigste Ergebnis war die Wiederentdeckung Platos; Epikur und die Stoa standen im Mittelpunkt eines antik-heidnischen Humanismus (Lorenzo Valla), der mit der Autorität der Kirche zusammenstieß und in Grenzfällen auch die christliche Lehre angriff.Auf der Gegenseite formte sich ein christlicher Humanismus, deren behutsame Synthese Erasmus von Rotterdam versuchte. V.a. in Deutschland verband sich der Humanismus mit dem sittlich-religiösen Verlangen nach Kirchenreform und dem reformatorischen Glaubensstreit.

Beschränkt auf Fürstenhöfe und Patrizierhäuser, Universitäten und Akademien, vermochte der Humanismus nicht auf breitere Schichten zu wirken. Neben kosmopolitischen Tendenzen hatte er auch eine nationale Note, besonders in der Geschichtsschreibung. In ihm lagen die Wurzeln des Rationalismus und Empirismus der Aufklärungsphilosophie des 17./18. Jh.s. Sein Ideal der „humanitas“ wurde gegen Ende des 18. Jh.s zum Anliegen des deutschen Neu-Humanismus bei Herder und Wilhelm von Humboldt.“

CD „Schülerlexikon“ Weltbild 2003

„Betrachtung zum Humanismus

Wenn ein Mensch viele Schriften liest, bildet er sich. Er erfährt aber auch eine Vielheit von Meinungen und steht irgendwann vor dem Problem, eigene Standpunkte bilden zu müssen. Damit wird er vom Objekt zum Subjekt. Er denkt.

Ich schreibe meine Gedanken auf und stelle sie dar in der möglichen einfachen (vielleicht auch einfältigen) Form. Dazu benutze ich Grundaussagen, wozu ich einige nachfolgend aufgezählt und interpretiert habe.

1. Einigkeit von Menschen ist eine Utopie.

Das trifft für Religionen ebenso zu wie für andere Weltsichten.

Beweis sind die verschiedenen Kirchen und die Uneinigkeiten der Arbeiterbewegung.

Schlußfolgerung:

Es kann keine einheitliche Betrachtungsweise der Welt an sich durch die Menschheit als Gesamtheit der Einzelsubjekte in ihrer gesellschaftlichen Verflechtung geben.

Damit ist es völkerrechtswidrig, Staats- oder Machtreligionen / Weltanschauungen zu verordnen bzw. als Grundlage der Gesetzgebung zu erklären.

Der Kampf gilt also nicht nur für die schon lange überflüssige Trennung von Staat und Kirche; Staat und Ideologie an sich müssen getrennt werden. Der Staat muß für alle in gleicher Form da sein.

Das sollte eigentlich klar sein!

2. Immer wieder werden Worte wie „Humanismus“ strapaziert, in Vielheiten benutzt, um irgendwelche Ableitungen und Ansprüche zu stellen (z.B. im Buch “ Humanismus – genau betrachtet Eine Einführung“ von Finngeir Hiorth, auf dessen Aussagen ich noch zurückkommen werde).

Humanismus bedeutet für mich das selbstlose Tätigsein für Menschen.

Nach meinen aktuellen Forschungen ist dies der eigentliche Sinn und nicht mehr.

Das ist neu und steht nicht im Gegensatz zu anderen freidenkerischen Schriften, die einen wesentlich engeren Rahmen bauen. z. B. auch die

„Minimal-Aussage über Humanismus:

Humanismus ist eine demokratische, nichttheistische und ethische Daseinsorientierung, die bekräftigt, daß Menschen das Recht und die Verantwortung haben, ihrem eigenen Leben Sinn und Form zu geben.

Er lehnt daher übernatürliche Ansichten der Wirklichkeit ab.“

(Bouard of Directors of the IHEU, 1991)- aus o.g. Buch von F. Hiorth S.53;

Die Forderung, solche fundamentalen Definitionen nach Möglichkeit so weit und so offen wie immer auch findbar zu gestalten, sei mir gestattet.

Viele Menschen streben nach dem Attribut „humanistisch“. Da sind heute Wurzeln findbar, die im religiösen Bereich der „Nächstenliebe“ und z.B. der Diakonie ehrliche Arbeit leisten. Vor diesen Menschen habe ich absoluten Respekt. Sie werden selbstlos tätig aus ihrem Glauben heraus und stellen sich in den Dienst der Menschen.

Nach dem Attribut streben auch viele andere Menschen, wie die Freidenker. Sie haben aber bisher weder in den philosophischen Antworten noch in den Feinheiten der täglichen sozialen Kleinarbeit ausreichend Beweise geliefert, die den Religionen eine echte Konkurrenz darstellen könnten.

Noch werden eben immer wieder Begriffe zu eng definiert, werden Grenzen gezogen.

Leben ohne Glaube an Götter ist eben nicht leben gegen Gläubige.

Freiheit des Denkens ist auch Respekt und Achtung der Meinung von Menschen, die an einen oder mehrere Götter und an übernatürliche Dinge glauben. Falsch und verurteilenswert sind nur die Dogmen, der Starrsinn des Glaubens, der politisch mißbraucht wird. Zu verurteilen ist auch alles, was zu Gewalt aufruft oder diese verherrlicht, gleich, welche Wurzeln dies immer haben mag. Dazu sagte ein Philosoph sinngemäß: „Wer schreit, schlägt oder Bomben wirft, der hat das Argument der Vernunft eingebüßt!“

In der Geschichte war am Anfang die Entwicklung in ihrer Dialektik.

Es entstand die Natur und es entwickelten sich die Tiere. Und dann entwickelte sich die Menschheit.

Sie lebte in Rudeln oder Horden oder Gruppen. Sie hatten keine Religion.

Angst und Unwissenheit ließen Götter entstehen und da man mit Göttern Macht erheischen kann, wurde aus Aberglaube der Menschen Staatsreligion. Später gab es auch Staatsideologie ohne Götter, aber das war ebenso gefährlich.

Religion wurde vom kraftspendenden Glauben des Einzelnen zur politisch mißbrauchten Ideologie. Dies hat sie den anderen Weltanschauungen über große Zeitabschnitte voraus. Viel Leid, Terror, Inquisition und Kriege waren die Folge dieses Mißbrauches. Nüchtern muß man feststellen, daß der „Staat der Juden“ leider nichts zu tun hat mit dem Judentum, es ist ein kriegsführender Staat kapitalistischer Machart, ein totalitäres Regime. „Christliche Parteien im Abendland“ haben ebensowenig zu tun mit christlichem Glauben wie vieles, was im „großen Land der Freiheit“ gepriesen wird. Der Gipfel ist das amerikanische System, das ständig Krieg sucht, menschenverachtend, Weltherrscher sein möchte und immer von Freiheit blökt.

Eigentlich gehören all diese Kriegstreiber und Volksverhetzer angeklagt vor den Gerichten aller Völker, weil sie Namen wie “ Jüdisch“, „Christlich“, „Freiheitlich“ usw. beschmutzen.

Schlimm ist nur die Tatsache, daß Menschen diesen Verblendern noch heute glauben.

„Kein Individuum, keine Gruppe, keine Klasse, keine Nation hat die Kompetenz oder Macht, andere auf eine willkürliche Art zu dominieren. Selbstbeherrschung, das Gefühl für die eigenen Pflichten, sind die einzigen Regeln, die zu wahrer Demokratie führen…..“ (o.g. Buch S 30).

So ist Humanismus in Verbindung mit anderen Worten spezifizierbar, wenn es denn gewollt ist. Ab S. 58 – S. 85 seines Buches schreibt Hiorth von solchen Zusammenhängen.

Freiheit, wird da genannt, oder in Bezug auf Lorenzo Valla und anderen Philosophen Freude. Freiheit, Toleranz und Würde des Menschen, (S. 61); oder S. 71 Vernunft und Demokratie, oder S. 85 im Zusammenhang mit Platon Denken, „Fähigkeit zur Lust und die Fähigkeit, die Entscheidungen der Vernunft durchzusetzen.“

Diese Auflistung ließe sich sicher noch fortsetzen, z.B. mit Begriffen wie Moral und Ethik, aber auch mit Worten wie atheistisch, säkular oder materialistisch.

Deutlich wird beim Studium, daß der Humanismus so alt ist wie der denkende Mensch. Im Gegensatz dazu sind die Religionen, besonders das Christentum relativ jung. Es kann also nicht säkulares oder materialistisches Denken und Handeln eine Erfindung der Neuzeit sein, ein Entfernen von Religion eine heutige Tendenz; richtig ist, daß es trotz religiöser Versklavung Menschen gibt, die den Humanismus und die Weltsicht ohne übernatürliche Wesen wiedergefunden haben. Die Geschichte beweist, daß es solche Menschen immer gab.

Der Humanismus muß nicht erklärt, sondern erlebt werden und er findet sich immer in Zusammenhang gebracht mit Worten, die Großes ausdrücken, die schon vom Namen her einen edlen Klang haben.

Daraus kann jetzt der Schluß gezogen werden, daß alle Menschen als Humanisten leben müßten, in edlen Normen und Maximen, der Verantwortung ihres Seins bewußt und getragen vom sittlichen Handeln gegenüber anderen Menschen, die respektiert werden in ihren Freiheiten. Es wäre eine Freiheit , die sich ständig weiterentwickelt; eine Demokratie in der Bedeutung des Wortes und die Entstehung gesellschaftlicher Vernunft.

Wie weit wir davon entfernt sind, kann sich jeder allein denken. Manche sagen, wozu dies alles aufschreiben, darüber sprechen – solche Ziele werden doch immer eine Utopie der Menschheit bleiben. Die „BIBEL“ beschreibt den Menschen als bösen Sünder und verspricht die Auferstehung nach dem „jüngsten Gericht“. Irgendwo lebt aber im Menschen das Gute, das Humanistische und hier gilt es anzusetzen. Gut ist schon, wenn beim Lesen dieser Zeilen Menschen darüber nachdenken, wie humanistisch sie sich selbst empfinden.

Zumindest könnte man denken, daß Menschen, die im Zusammenhang mit Humanismus häufig genannt werden, wie z. B. die Freidenker auf diesem fruchtbaren Boden eine sichere Ernte einfahren, daß sie durch ihr Vorbild, aber auch in ihren Strukturen das „ganze Freidenkertum“ eines Jakob Stern mit Leben erfüllen. Soll ich fordern: „Freidenker aller Länder, vereinigt Euch“?

Ich empfinde Diskussionen über richtige oder falsche Freidenker, Sozialarbeit oder Wanderverein, Dach- oder Nichtdachorganisation und andere Seilschaften sowie Strömungen, Statuten und Erklärungen, die von den einen erklärt, von den anderen nicht mitgetragen werden, als Belastung.

Freiheit des Denkens ist eine unantastbare Forderung, ein Menschenrecht.

Philosophisch denkende und human handelnde Menschen auf freiwilliger Basis zwecks Austausch von Erfahrungen in einem Verein zusammenzufassen, wo man sich Impulse der Selbstentwicklung zum Humanisten holen kann, wo mit eigenem Rat geholfen wird, wo man jemanden findet, der vielleicht nur zuhört, wo man ein Buch findet, eben wo man sich in einer Gemeinschaft wohlfühlt bei einer Weltsicht ohne übernatürlichen Dinge – das wäre es doch schon fast! (Ergänzungen sind gestattet, Einschnürungen nicht erwünscht!)

Auch unter dieses, mein Machwerk schreibe ich den Satz, der für mich alles aussagt; und ich entschuldige mich wie immer dafür, daß Vieles geschrieben steht, was schon so oft geschrieben wurde – aber manches muß eben immer wieder gesagt werden, bevor es Früchte in den Köpfen der Menschen trägt:

Ich bin und bleibe Freidenker!

  1. Krödel“

CD „Zyklus eines Freidenkers“ (unveröffentlicht)

„Manifest – lat. Bekanntmachung“

CD „Die neue deutsche Rechtschreibung“ Weltbild

Soweit zunächst zur Begriffsdefinition auf diesem weiten Feld. Nun falle mir auf Anhieb eine Vielzahl von Worten ein, die den Humanismus näher bezeichnen sollen, ihn aber immer einengen auf einen bestimmten Blickwinkel. Da sind säkular (weltlich); evolutionär (sich allmählich weiterentwickelnd); Transhumanismus (Gleichsetzung des Menschen mit einem technischen Wesen), pantheistischer Humanismus (die Natur ist Gott und damit auch der Mensch, Religion ohne Götter) und religiös (das weite Feld von Nächstenliebe, Diakonie (freiwillige Tätigkeit in der Pflege von Menschen), Samariter, Seelsorge). Wer soll sich da auskennen, selbst studierte Philosophen haben so ihre Sorgen mit der Definition und den einzelnen Auslegungen, es wird sich zu oft um Wortspalterei gestritten und der eigentliche Kern, im Sinne des Humanismus den Menschen zu helfen, richtige, nützliche Wege zu beschreiten, der geht einfach unter.

Ja, den Menschen helfen ist ein Anspruch des Humanismus, ob in Krankheit oder Not, in Verzweiflung, Erpressung oder Resignation bis hin zum sterben, eben im ganzen Lebenszyklus. Was aber der richtige Weg ist, umhüllt sich mit Mystik. Verklärten Blickes verkünden Heilsfinder aller Macharten ihre Botschaften, damit der Mensch Mensch werden kann, sie bieten alles an, für Geld versteht sich und die Drogen überfluten die Märkte, nicht nur Rauschgifte, sondern auch allerlei andere Gifte, die ein sorgloses Abnehmen zur „Idealfigur“ versprechen, die sich im ideellen Bereich auf ideologisches Gift spezialisiert haben und Heilsbotschaften verkaufen. Das kann er nicht sein, der Weg zum Humanismus, auch wenn die Medien die Massen dazu verblöden wollen.

Ein richtiger und nützlicher Weg zum Humanismus fängt an bei den scheinbaren Grundlagen des Menschseins, das sind im Augenblick die ökonomischen Wurzeln, in die Menschen unfreiwillig hineingeboren werden und die dazu beitragen, wie sich der einzelne Mensch entsprechend seiner persönlichen Neigungen und Fähigkeiten am besten in der Gesellschaft verwirklichen kann, genau der Grundsatz allen Humanismus. Diese ökonomischen Wurzeln sind so veranlagt, das gegenwärtig der Mensch dem Profit untergeordnet wird im Sinne dessen, das er seine Arbeitskraft auf dem Markt verkaufen muß, um am Leben zu bleiben. Da ist kein Humanismus möglich, denn Geld verhindert so Humanismus. Dies bedeutet im Klartext, das erst anders geartete ökonomische Verhältnisse den Weg öffnen für eine humanistische Lebensweise. Auf einer solchen ökonomisch neuen Basis kann Menschsein aufbauen, können sich Charakter und Fähigkeiten frei entfalten. Wie das auszugestalten ist, bleibt weites Feld der Philosophie; eine Arbeit wie die, die uns humanistische Ansätze im Alltag der Gegenwart einfordern lässt. Dies setzt eine Bündelung der Kräfte voraus, die humanistisch arbeiten und den Menschen dienen, selbstlos. Dazu braucht es, und das sage ich immer wieder, Toleranz gegenüber den Partnern, Grenzüberwindung und Abgrenzung gleichzeitig und deutlich. Wer nur seine Grundsätze als richtig befindet, der gefährdet nicht nur seine eigene theoretische Arbeit, sondern auch deren Umsetzung in die Praxis.

Humanismus stellt den Mensch als natürliches Produkt der Entwicklung in den Mittelpunkt der Wertung seiner selbst; eigentlich müsste es natürlicher Humanismus sein, denn nur die Existenz des Menschen in der Natur bildet die dialektische Einheit, die dieses Bestehen überhaupt ermöglicht.  Humanismus begegnet uns auf allen Gebieten des Lebens, von Ethik und Moral bis zur Menschenwürde; humanes Leben und Sterben sind unangefochtene Ideale, die allerdings klassifiziert werden müssen .Eine solche Klassifizierung bedeutet meist eine Einschränkung nach außen, eine Abgrenzung. Die Freidenker haben sich hohe Ansprüche gestellt, sie haben allerdings kaum die organisatorischen Potentiale und finanziellen Mittel, um sie umzusetzen. Ihr Hauptaugemerk müsste demzufolge auf der ideologischen, aufklärenden Strecke liegen, aber gerade hier sind sie so frei, das eine Zusammenarbeit schwer in die Praxis umzusetzen ist. So führt zu viel an Freiheit wieder zu einem negativen Ergebnis für die humanistische Sache an sich.

Humanismus erstreckt sich auf alle philosophischen, sozialen und politischen Gebiete, er ist ein Kriterium, an dem alle Taten gemessen werden.

Über die Philosophie haben wir berichtet, auf sozialem und politischen Gebiet fallen mir eine Reihe von Dingen ein, die humaner gestaltet werden müssen. Frieden unter den Menschen und Denkrichtungen ist Grundvoraussetzung für die Existenz von Milliarden Andersdenkender auf dieser Erde. Allen faschistischen und nationalistischem Gedankengut müssen wir scharf entgegentreten, alle physische und psychische Gewalt ist durch Gesetze zu unterbinden; die Auseinandersetzung mit solchem Gedankengut darf nie vergessen werden. Krieg und Gewalt müssen im Humanismus der Vergangenheit angehören.

Da ist z.B. die Arbeit, ein Grundbedürfnis der Menschen, sie muß gerechter auf alle Menschen verteilt werden. Kürzere Arbeitszeiten und frühe Pensionen für alle, damit aber Arbeit für alle. Wir wissen, das der Anteil der materiellen, praktischen Arbeit abnimmt, damit muß das Angebot an Freizeit deutlich gesteigert werden. Mir fallen ein das Recht auf  angemessenen Wohnraum, das Recht auf maximale Gesundheitsversorgung ohne jegliche Abhängigkeiten von Geld, ohne Zuzahlungen oder andere Aufwendungen oder eine Bildung für alle Menschen zur freien Entfaltung seiner selbst. Da ist eine wirkliche Demokratie zu nennen, eine Politik für den Menschen und Bürger, eben human. Nicht die Damen und Herren mit Macht sind der König, sondern der Bürger, der ihn nur gewählt hat, weil er sich am besten von ihm vertreten fühlt.

Da sind Gesetze und Gerichte, die den Bürger vertreten und Straftaten wirkungsvoll ausschließen sollen, angemessene Strafen verhängen. Da sind Medien, die wahrheitsgemäß und unparteilich die Menschen mit Nachrichten versorgen ohne Sensationslüste und Leichenfledderei, sondern objektiv; die Meinung bildet sich der Mensch selbst; er muß nicht zum Meinungsnehmer degradiert werden, denn er kann selbst denken und damit urteilen.

Dann kommen noch einige Dinge, die als Zusatz wichtig sind, aber separat betrachtet werden können, wie z.B. Lasten werden mit der Bahn transportiert, die Autobahnen gehören den Menschen, der Staat ist streng von Kirchen und Weltanschauungen getrennt, jeder hat das Recht auf Ausübung seiner Religion, Staatsmittel gibt es dafür keine. Die Schule ist kein Ort, wo Religion gelehrt werden darf. Deutsche Sprache und Kultur gehören zu den Grundwerten eines deutschen Staates, solange Staaten überhaupt noch nötig sind. Die Traditionen eines christlichen Abendlandes können in den Kirchen gepflegt werden, sind aber keine deutsche Politik, denn zuviel an Unrecht und Gewalt muß erst vor den Gerichten der Menschlichkeit bearbeitet werden.

Da ist also ein gesamtes humanes Leben aufzubauen vom Einzelwesen für die Gesellschaft und umgekehrt, eine Gesellschaft, die für alle Menschen gleichberechtigt da ist. Dann sind wir am Ziel dessen, was Menschlichkeit erreichen kann, es wird eine neue Gesellschaft sein.

So kurz würde ich ein Manifest des Humanismus schreiben; ich gebe den Text frei zur Diskussion.

Andreas Krödel

Es darf aber nicht der Eindruck entstehen, das alles, was hier steht, die Vision einer eingangs beschriebenen Welt verhindert. Im Gegenteil, in all den Arbeiten bleibt neben der ernüchternd/ schockierend wirkenden Analyse der Gegenwart der positive Ansatz einer neuen Philosophie erhalten und soll weiter ausgebaut werden.Haben wir als Freidenker im Moment auch nicht die Kraft, Lebenskunde selbstständig als Schulfach anzubieten, Menschen in Feiern zum Lebensablauf zu begleiten, Beratung und Aufklärung hauptamtlich durchzuführen und wissenschaftliche Publikationen als Verband an sich zu publizieren; was wir haben ist ein gut ausgebautes Netz der Kommunikation, dies gilt es breit zu nutzen und mit Leben zu erfüllen, um wenigstens noch den Minimalanspruch an Freidenkerarbeit zu erhalten.Beenden möchte ich diese kleine Arbeit mit einem Zitat meines Freundes, eines Freidenkers und Wissenschaftlers der Gegenwart, dem ich höchsten Tribut zolle:Hans-Günter Eschke:
“Gegen den Niedergang von Vernunft und Humanität
“In der bisherigen Geschichte der Menschheit hat sich allein die Einheit von Vernunft und Humanität als die realistische, der menschlichen Wirklichkeit angemessene und selbst der Entwicklung bedürftige und fähige Qualität und Form weltanschaulichen Bewußtseins erwiesen. Dem sind die Freidenker verpflichtet, an ihm und seinem Zusammenhang mit der Wirklichkeit fanden und finden die Freidenker den Maßstab ihrer spezifischen Wirksamkeit, auch wenn es gilt, die richtungbestimmenden Werte und Normen des Lebens prinzipiell neu zu bedenken.“  

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