Krankenbericht

Der Medienjournalist:

„Zehn Tage in der Hölle“(Wozu Krankenkassen noch Geld ausgeben und warum die Beiträge ständig erhöht werden müssen)

Der Anwalt meint:

„Fahrlässige Herbeiführung eines lebensbedrohlichen Zustandes und unterlassene Hilfeleistung bei einem anvertrauten Patient!“
Ort: Krankenhaus EH (Psychiatrische Station 2)
Zeit: vom 25.06. bis 04.07.2007 

Der folgende Text wurde von meiner Frau und meinen Töchtern erarbeitet und an die Krankenkasse und die Klinikleitung geschickt. Ich selbst erlebte diese Tage wie in Trance, in einem unheimlichen Rausch, meine Erinnerungen sind ein zehn Tage langes, schwarzes Loch in meinem Leben.Ich habe ein Exemplar der Krankenhauszeitung „Lichtblick“ geschickt. Der Text wird an alle Mailadressen meinerseits gesendet, er wird Bestandteil meiner Homepage: http://www.andreas-kroedel.de.vu  Andreas Krödel

Noch immer schwer krank und nicht in der Lage, selbst zu schreiben! 

„Erlebnisbericht von einem Aufenthalt im ‚Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt’

„Station: Psychiatrie 2; zuständiger Therapeut: Herr Marschall

Vom 25.05.07 bis 04.07.07

Meine Einweisung erfolgte durch das ‚Naemi-Wilke-Stift’ Guben nach einem Zusammenbruch (starkes Zittern, Laufen nicht mehr möglich).

Nach der ersten Diagnose in der Notaufnahme wurde ich der Gruppe der Alkoholkranken zugeordnet, da die Symptome darauf hinwiesen.

Jeder Einwand von mir und meiner Frau dagegen wurden abgewiesen.

Trotz mehrfacher Hinweise meinerseits wurde kein Kontakt mit meiner behandelnden Neurologin, die mir erst eine Woche vorher neue Medikamente verordnet hat, welche möglicherweise diesen Zustand mit hervorgerufen haben, aufgenommen.

Eine Woche lang wurde ich daraufhin nur gegen Entzugserscheinungen in Abhängigkeit von meinem Blutdruck mit Medikamenten behandelt.

Mein Allgemeinzustand änderte sich jedoch nicht! Im Gegenteil:

Am Wochenende verlor ich das Gleichgewicht und fand mich neben dem Bett wieder. Ich konnte mich aber nicht bemerkbar mache, da es keine Klingel am Bett bzw. Nachttisch gab. Somit hat diesen Vorfall niemand bemerkt. Ich konnte nun nur noch im Sitzen ohne Schwindelgefühl den Tag hinter mich bringen. Da es aber Wochenende war, erkundigte sich kein Arzt  bei mir nach meinem verschlechterten Zustand und die angeordneten Maßnahmen wurden ohne Änderungen fortgesetzt.

Am 03.07.07 fand ein von mir gewünschtes Gespräch zwischen Arzt, meiner Frau und mir statt. In diesem wurde u. a. eindeutig auf die fehlende Klingel und mangelhafte Kontrolle durch die Schwestern hingewiesen.

Am 04.07.07 ereignete sich dann folgendes:

– 8.40 Uhr       Meldung von Kopfschmerzen und Schwindelgefühl an Schwester im Dienstzimmer; Ärzte sind in Besprechung und es ist keine Akte da

– 8.50 Uhr       Schwester kommt ins Zimmer und erkundigt sich nach meinem Befinden, welches jedoch nicht besser geworden ist.

– 10.00 Uhr     Immer noch keine Reaktion seitens des Personals.

                        Beim Versuch, eine Selters aus dem Nachttisch zu nehmen, fiel ich aus dem Bett.

                        Klingel nicht in Reichweite und Rufen wird nicht erhört.

                        Auf allen Vieren zur Tür gekrochen und mit großer Mühe die Klingel betätigt.

– 11.00 Uhr     Schwester kommt und bringt mich in den Aufenthaltsraum.

– 11.15 Uhr     Ärzteberatung beendet.

                        Herr Marschall wurde über meinen Zustand informiert.

                        Seine Antwort lautete: „Ich hab jetzt keine Zeit!“, und er verließ die Station!

Nach diesem Vorkommnis ging ich auf eigenen Wunsch nach Hause.

Ergänzend zu diesen negativen Erfahrungen möchte ich noch weitere Unzulänglichkeiten benennen:

– Es wurde nur Symptombehandlung, keine Ursachenforschung durchgeführt.

– Sehr mangelhafte Essenversorgung: Es wurde am 03.07.07 verschimmeltes Brot aus der Küche geliefert. Früh und Abend gab es nur je eine Scheibe Wurst und Käse.

– Anfallende Reparaturarbeiten wurden von den Patienten selbst ausgeführt, da der Handwerker erst nach einer Woche kam.

– Unzureichende Sauberkeit im Zimmer.

Ich hatte bereits 2003 und 2006 Krankenhausaufenthalte auf dieser Station und musste schon damals teilweise ähnliche Erfahrungen machen.  

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