{"id":83,"date":"2011-08-25T16:53:46","date_gmt":"2011-08-25T14:53:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/kroedel\/wp\/?p=83"},"modified":"2011-08-25T16:53:46","modified_gmt":"2011-08-25T14:53:46","slug":"das-freigeistige-wort-zum-sonntag-den-21082011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/?p=83","title":{"rendered":"Das freigeistige Wort zum Sonntag, den 21.08.2011"},"content":{"rendered":"<p>Hinweis zu &#8222;Das freigeistige Wort zum Sonntag&#8220;: Die Idee besteht darin, dass ausgehend von einem Zitat eine kurze Meinungsdarstellung verschiedener Autoren ver\u00f6ffentlicht wird, \u00fcber welche  dann diskutiert werden kann.<\/p>\n<p>Die Redaktion liegt bei Andreas Kr\u00f6del. Das bedeutet, das an seine Adresse  (an-kroedel@t-online.de) jederzeit unter der Bemerkung &#8222;WzS &#8211; Entwurf&#8220; Texte gesendet werden k\u00f6nnen und diese dann zeitlich eingeordnet und dann in der Freidenker-ML jeweils am Sonnabend oder Sonntag ver\u00f6ffentlicht werden. Ich hoffe auf aktive Vielfalt. F\u00fcr die Texte ist der jeweilige Autor selbst verantwortlich.<br \/>\nDargestellte Meinungen m\u00fcssen nicht mit der Meinung der Redaktion \u00fcbereinstimmen. <\/p>\n<p>Das freigeistige Wort zum Sonntag, den 21.08.2011 von Andreas Kr\u00f6del<\/p>\n<p> \u201eMarx hatte die Arbeitslosen als Reserve-Armee und Arbeitslosigkeit als Erpressungsmittel des Kapitals erkannt. Deshalb hatte ich ja die DDR bewahren wollen, nie sollten meine Kinder um ihre Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcrchten m\u00fcssen. Und nun suchte ich die Linken zu erw\u00e4rmen, ihr Denken umzulenken: Hinweg vom kapitalistischen Wachstum, das immer wieder Arbeitslose schafft, hin zur marxschen Vision von menschlichem Reichtum und von Reduzierung der Arbeitszeit. Alles zugunsten der Familien, der menschlichen Bildung und der erwerbslos Gewordenen, die aus dem Arbeitsleben ausgeschlossen sind, und das zum Ungl\u00fcck anderer, die zu viel roboten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hatte ich 1998 berichtet in \u201eMarx und Moritz\u201c. \u201e <\/p>\n<p>\u201eWeil ich neugierig bin, interessiert mich auch, wie andre Menschen arbeiten. Ich bewundere sie, wenn sie etwas k\u00f6nnen, was ich nicht kann. Wir k\u00f6nnen einander viel geben. Da wird der andre Mensch zum gr\u00f6\u00dften Reichtum.<\/p>\n<p>So bin ich mehrfach disponiert zu Solidarit\u00e4t und Freundlichkeit. In der Bibel steht \u201eGlaube, Liebe, Hoffnung.\u201c Ich sage \u201eNeugier, Liebe, Revolution.\u201c<\/p>\n<p>Aus Rainer Thiel : \u201eNeugier, Liebe, Revolution\u201c<\/p>\n<p> Ich hatte in dieser Woche im eigentlichen Sinne des Wortes die Ehre und das Vergn\u00fcgen, einen langj\u00e4hrigen Freund in Bugk besuchen zu d\u00fcrfen, den Quer-, weiter-, und kritischen Denker. Rainer Thiel.  Was dieser Mensch, obwohl schon fast 81 Jahre alt; an Energie in sich tr\u00e4gt; das ist einfach faszinierend. Wir haben die Tage dazu gebraucht, um zu diskutieren, gemeinsam zu arbeiten, ich habe in der wenigen freien Zeit in seiner schier unendlichen Bibliothek lesen k\u00f6nnen, Dinge, Zeitzeugen, Geschichte; deren man sich heute nicht mehr erinnern will; f\u00fcr schlafen oder essen blieb da kaum Zeit. Das z.B. Marx selbst wollte, das seine Ans\u00e4tze weiterentwickelt werden m\u00fcssen; den geschichtlichen Bedingungen angepasst werden m\u00fcssen, welche Rolle Mao oder Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht  oder Stalin; oder die Mauer in der Geschichte gespielt haben, das alles findet man dort in Originaldokumenten. In jedem Buch dann Zeitungsausschnitte und Bilder, Hervorhebungen, Notizen \u2013 so entstand ein Weltbild, vor dem ich mich respektvoll verneige. (Dazu bald eine Sonderausgabe des WzS)<br \/>\nEr hat nicht nur zahlreiche B\u00fccher geschrieben, deren Lekt\u00fcre uns allen stets zum Vorteil sein kann. Um aufzuz\u00e4hlen, wo er \u00fcberall t\u00e4tig ist, w\u00fcrde ich Seiten ben\u00f6tigen. Hervorzuheben sind vielleicht sein Kampf um bessere Bildung und gegen Schulschlie\u00dfungen; die unabh\u00e4ngigen Montagsdemos in Berlin Alexanderplatz, die sozialen Netzwerke; sein Kampf um die Senkung der Arbeitszeit, die Erhaltung der Umwelt; sein mutiges Auftreten gegen die neuen Nazis\u2026. , sein mutiges Auftreten bei Kongressen; die st\u00e4ndige Auseinandersetzung mit aktueller Politik und Philosophie durch aktives Einmischen  \u2013 hie breche ich mal ab, da diese Aufz\u00e4hlung nie abgeschlossen werden kann.<br \/>\n\u201eNur zwei Monate waren wir am Beginn einer wirklichen Demokratie \u2013 1989, als die Demonstranten riefen: \u201eWir sind das Volk\u201c; danach riefen sie dann: \u201eWir sind ein Volk\u201c und es war vorbei.\u201c; sagte er. Soviel Denkanschl\u00e4ge habe ich bestimmt noch nicht in so kurzer Zeit zu verarbeiten gehabt; es wird Monate \u2013 vielleicht Jahre dauern, bis ich diesem Schatz ans Licht der \u00d6ffentlichkeit gebracht habe. Hier ist viel zu tun; auch f\u00fcr mich!<br \/>\nWir waren uns einig, dass bisher das Volk nur mi\u00dfbraucht wurde, um Hemmnisse in der Entwicklung zu beseitigen, dann aber immer wieder neu unterworfen wurde durch neue Unterdr\u00fcckungsapparate. Letztes Beispiel eben 1989 und die Entwicklung der heutigen Partei \u201eDie Linke\u201c (oder Einf\u00fcgung von mir: auch des DFV).  Normalerweise ist es doch wohl so, dass bei Wahlen Regierungen, Vorst\u00e4nde usw. beauftragt werden, bis zu den n\u00e4chsten Wahlen die Organisation der Arbeit zu realisieren, den Willen der W\u00e4hler umzusetzen, aber auch Strategien, Orientierungen f\u00fcr die Mitglieder in ihrem Sinne zu schaffen, vorzugeben. Davon ist nicht nur ein europ\u00e4isches Parlament; eine Bundesregierung oder eben auch das, was sich heute \u201eLINKS\u201c nennt bis hin zu Parteien, Verb\u00e4nden und Organisationen; abger\u00fcckt. Zensur, Nichtbeachtung, Ignoranz \u2013 blo\u00df nicht denken; lieber herrschen, Macht zu haben bringt Geld, was dem Mitglied, heute eben B\u00fcrger betrifft, ist doch egal _ Hauptsache, ich bin gew\u00e4hlt! Dagegen gilt es, von unten, von der Basis aus, entschlossen vorzugehen.<br \/>\nRainer stellte mir sein gesamtes Lebenswerk zur Verf\u00fcgung f\u00fcr \u201eunser Plan\u201c, also dem digitalen Freidenkerarchiv, aber auch sonst zur weiteren Verarbeitung und Verbreitung.<br \/>\nZum Abschied des Besuches h\u00f6rten wir Musik von J.S. Bach _ \u201eBlitze schie\u00dfen von der Erde zum Himmel\u201c mit erhobener rechter Faust; die Revolution von unten.<br \/>\nBei der Fahrt zum Bahnhof Storko holte er sein Zeitungspaket aus dem Briefkasten; da war Die Bundeskanzlerin Merkel in Paris mit dem Pr\u00e4sidenten von Frankreich zu sehen. Da stellte ich folgende Frage: \u201eHaben sie nun das Ziel eines Adolf Hitler zumindest f\u00fcr Europa auf diesem Weg erreicht?\u201c !?!?!?!<\/p>\n<p>Denkt dar\u00fcber nach!<br \/>\nAndreas Kr\u00f6del<\/p>\n<p>\u201eGeld gibt es genug. Allein bei der BfA werden j\u00e4hrlich \u00fcber hundert Milliarden zur Aufrechterhaltung von Barbarei verpulvert. Normalverbraucher aber halten still, weil sie nicht wissen, wie man sich zum Widerstand vernetzen kann, sie haben keine Erfahrung. Und sie halten still, weil sie um ihre Arbeitspl\u00e4tze bangen, weil sie \u00fcberstresst sind, weil sie abends erschlafft aufs Sofa sinken, weil sie nicht \u00fcber den Tellerrand hinausblicken, oder weil sie als Arbeitslose sowieso allen Mut verloren haben. Das ist die von Marx enttarnte Entfremdung des Menschen von seinen menschlichen Potenzen. Was soll das Logo \u201eSozial und solidarisch\u201c, wenn keine Politik dabei herauskommt? Stattdessen Produktion von  Barbarei? Die menschliche Massen-Katastrophe ist schon gro\u00df genug. <\/p>\n<p>Arbeit \u2013 auf zwanzig Wochenstunden aller reduziert \u2013 bleibt Entwicklungsfeld der Menschengattung. Aber jenseits der Produktion &#8222;beginnt die menschliche Kraftentfaltung, die sich als Selbstzweck gilt, das wahre Reich der Freiheit &#8230;. Die Verk\u00fcrzung des Arbeitstags ist die Grundbedingung.&#8220; (MEW 25.828) Es kommt \u2013 so Marx \u2013 darauf an, &#8222;die Arbeitszeit f\u00fcr die ganze Gesellschaft auf ein fallendes Minimum zu reduzieren und so die Zeit aller frei f\u00fcr ihre eigne Entwicklung zu machen&#8230;.&#8220;  (MEW 42.604) Habt Ihr Angst, Ihr Sozialisten, die B\u00fcrger dann f\u00fcr Demokratie und Demonstrationen, f\u00fcr Bildung und Kultur und demokratischen Sozialismus gewinnen zu m\u00fcssen, ohne die Ausrede zu haben, die B\u00fcrger w\u00fcrden sich ja nicht interessieren?<\/p>\n<p>Aus Rainer Thiel : \u201eArbeit und Freizeit f\u00fcr alle.<br \/>\nSichert Wachstum Arbeitspl\u00e4tze? Nein. Kompensation zwischen Jobbenden und Arbeitslosen! Solidarit\u00e4t!<br \/>\nFangt endlich an mit Politik!\u201c<\/p>\n<p>P.S.: Ich m\u00f6chte auf keinen Fall hier in \u201ePersonenkult\u201c verfallen, aber die Lebensleistung von Rainer, vor allem aber seine Ausgrenzung, Nichtver\u00f6ffentlichung, Ignoranz durch die Machthaber der Zeiten und ihren Medien, spricht B\u00e4nde (dieselben Gr\u00fcnde, warum auch ich und so viele andere Basisdenker ebenso ausgegrenzt werden durch \u201eeinfach nicht lesen, nicht zuh\u00f6ren wollen\u201c befl\u00fcgelt uns, weiterzumachen. Rainer sagte: \u201eAll die Rausschmisse haben mich eigentlich in meinen Grundfesten best\u00e4rkt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis zu &#8222;Das freigeistige Wort zum Sonntag&#8220;: Die Idee besteht darin, dass ausgehend von einem Zitat eine kurze Meinungsdarstellung verschiedener Autoren ver\u00f6ffentlicht wird, \u00fcber welche dann diskutiert werden kann. Die Redaktion liegt bei Andreas Kr\u00f6del. 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