{"id":74,"date":"2011-04-19T15:12:05","date_gmt":"2011-04-19T13:12:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/kroedel\/wp\/?p=74"},"modified":"2017-01-23T09:10:30","modified_gmt":"2017-01-23T08:10:30","slug":"ein-lebenslauf-wen-es-interessiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/?p=74","title":{"rendered":"&#8222;ein Lebenslauf &#8211; wen es interessiert&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Guten Morgen,<br \/>\nRainer Thiel fragte mich neulich nach meinem Leben. Gut, sage ich, also hier einmal ein kurzer Lebenslauf:<br \/>\ngeboren am 20.04.1957, werde also am Mittwoch 54 Jahre alt, Augenoperation mit einem Jahr (schiefgegangen &#8211; Nerven eingeklemmt), von Kindheit an Brille und Zahnspange, immer geh\u00e4nselt, immer der Kleinste, auch in der Schule. Habe die zehnte Klasse mit &#8222;2&#8220; abgeschlossen. Schon damals habe ich nicht Romane gelesen, sondern lieber bei Marx.<br \/>\n1973 begann ich meine Lehre als Elektromonteur im VEB Zwickauer Kammgarnspinnereien, die ich dann 1975 mit &#8222;3&#8220; abschlo\u00df. 3-Schichsystem und viele \u00dcberstunden (mit 18 Jahren war mein erster Gang zum Parteisekret\u00e4t, um Kandidat der SED zu werden)<br \/>\n, bis zum Einzug in die NVA (ich hatte mich schon in der 8. Klasse freiwillig f\u00fcr drei Jahre entschieden).<br \/>\n1979, nach der Armeezeit war ich wieder in der Kammgarn, dann suchte man einen hauptamtlichen FDJ &#8211; Sekret\u00e4r, ich sagte Ja und wurde auch gew\u00e4hlt,1980 besuchte ich f\u00fcr ein Jahr die Bezirksparteischule in Mittweida. Schon damals habe ich geschrieben, die Briefe gingen an das ZK der SED und sie schickten ihre Vertreter, um mich zurechtzuweisen.<br \/>\n1982.<br \/>\nDa war Heirat angesagt,  Umzug nach Guben. Hier arbeitete ich als &#8222;Sekret\u00e4r Arbeiterjugend&#8220; in der FDJ -Kreisleitung. 1984 &#8211; burn out, Zusammenbruch, ich konnte das System nicht verstehen, wo ich allein f\u00fcr den Sozialismus eintrat und die anderen Genossen nicht mitzogen gegen die Irrt\u00fcmer dieser Zeit. Schon zu dieser Zeit war ich in nerven\u00e4rztlicher Behandlung, da stand &#8222;Managerkrankheit&#8220; auf dem Schein.<br \/>\nIch begann meine Arbeit im VEB Th\u00fcringer Teppichfabriken wieder als Elektriker. Aktiv war ich immer noch, ehrenamtlicher Parteisekret\u00e4r, freiwillige Feuerwehr, GST (GO Sportschie\u00dfen,das Sportschie\u00dfen habe ich auch nach der &#8222;Wende&#8220; weitergef\u00fchrt, im &#8222;Gubener Sch\u00fctzenverein Germania 1890&#8220; war ich Gr\u00fcndungsmitglied, ab 1996 Referent f\u00fcr Aus- und Weiterbildung, ab 1998 bis 2007 erster Vorsitzender, aber auch das mu\u00dfte ich aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden aufgeben) und vieles mehr. 1986\/87 habe ich meinen Industriemeister Elektrotechnik gemacht und mit &#8222;Gut&#8220; bestanden.<br \/>\n1989 &#8211; f\u00fcr mich ein Jahr der Katastrophen. Alles schwamm weg, was wir gelernt hatten, war pl\u00f6tzlich alles falsch. Aus der Teppichfabrik sollte ein &#8222;Kaufland&#8220; &#8211; Supermarkt werden. Ich begann, mit viel Gl\u00fcck, im damaligen Kreiskrankenhaus als Elektriker zu arbeiten (01.11 1989), dann kam mein Austritt aus der  PDS, meine Absage an Parteien an sich und ich wurde Mitglied im VDF (Verband deutscher Freidenker in der DDR).  1992 wurde das Kreiskrankenhaus \u00fcbernommen vom Naemi-Wilke Stift (selbstst\u00e4ndige evangelisch- lutterische Kirche) und wir als Handwerker wurden mit \u00fcbernommen. Dann ging alles recht schnell, ich wurde leitender Handwerker, habe den technischen Leiter vertreten in seiner Abwesenheit, habe Bereitschaftsdienst mitgemacht.<br \/>\nDas ging recht gut trotz der unterschiedlichen Weltanschauungen, ich begann die Bibel zu &#8222;erforschen&#8220; um zu verstehen, wieso sich heute noch Menschen mit hohem Intelligenzgrad daran festhalten, glauben k\u00f6nnen.<br \/>\n2004 &#8211; \u00dcberforderung, Totalzusammenbruch &#8211; lange Krankschreibungen &#8211; 2007 &#8211; 50% schwerbesch\u00e4digt, Teilerwerbsunf\u00e4higkeitsrente &#8211; immer \u00f6fters krank, schreibunf\u00e4hig, kraftlos &#8211; ein Kr\u00fcppel, der aber nicht schweigt! Ich setze mich mit den Linken (die nicht antworten wie die Freidenker aus Potsdam) auseinander, aber auch mit meiner Mitarbeiterin, die streng katholich ist und den Mitarbeitern der evangelischen Richtung, meinen Bekannten von den Zeugen Jehovas, die mit mir die Bibel studieren.<br \/>\nWas bleibt noch, zum 01.01.2011 haben wir, meine Frau und ich, uns voneinander getrennt, ich wohne jetzt in einer ausgebauten Bodenkammer, mein 5.und 6. Halswirbel ist altersm\u00e4\u00dfig abgenutzt, soda\u00df ich selbst beim Schreiben Schmerzen habe, Sehen ist nur kurzfristig m\u00f6glich, dann verschwimmt alles wegen \u00dcberforderung, stark depressiv &#8211; alles Schei\u00dfe!<\/p>\n<p>Nun bitte aber kein Mitleid, Kr\u00f6del lebt und teilt sich seine verbliebene Kraft schon ein &#8211; lest doch blo\u00df endlich, was ich schreibe, es k\u00f6nnen immer die letzten Worte sein &#8211; nach Rainer Thiel &#8211; bevor der Tod uns scheide.<br \/>\nIch bin kein Gott, ich habe nicht DIE Wahrheit f\u00fcr alles parat, aber ich will mitwirken an den Prozessen wider dem Imperialismus &#8211; f\u00fcr eine friedvolle Welt (die Zeugen Jehovas wollen auch die &#8222;gegenw\u00e4rtige Macht des Satans&#8220; gest\u00fcrzt sehen, um &#8222;das Paradies auf Erden&#8220; zu errichten &#8211; allerdings nur f\u00fcr die Gottestreuen, alles andere wird gerichtet, vernichtet).<br \/>\nNoch einmal und immer wieder: Der Kommunismus ist f\u00fcr alle Menschen da!<\/p>\n<p>Soweit f\u00fcr heute von mir aus Guben<br \/>\nAndreas Kr\u00f6de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guten Morgen, Rainer Thiel fragte mich neulich nach meinem Leben. 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