{"id":628,"date":"2015-10-03T16:12:30","date_gmt":"2015-10-03T15:12:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreas-kroedel.de\/?p=628"},"modified":"2015-10-03T16:12:30","modified_gmt":"2015-10-03T15:12:30","slug":"freidenker-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/?p=628","title":{"rendered":"Freidenker"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDenkt dar\u00fcber nach!\u201c<br \/>\nAutor: Andreas Kr\u00f6del<br \/>\nDatum: 03.10.2015<\/p>\n<p>Thema:\u201c \u201eFreidenker\u201c<\/p>\n<p>Zitat 1:<br \/>\n\u201eEin Wirbelsturm ungeheuren Erlebens braust \u00fcber die Menschheit unserer Tage dahin. In unaufh\u00f6rlicher Reihenfolge schlagen die Wellen wirtschaftlicher und politischer Krisen \u00fcber uns hinweg. Krisen waren das Erleben der letzten Jahre, Krisen sind das beherrschende Moment der Gegenwart, Krisen die einzig sichere Perspektive der n\u00e4chsten Zukunft.<br \/>\nVon Zweifel und \u00c4ngsten, von Hunger und Elend gepeinigt, stehen Millionen unterdr\u00fcckter Menschen im Wirbel dieser Ereignisse. In ihrer geistigen Blindheit sind sie g\u00e4nzlich der F\u00e4higkeit beraubt, an ein Entrinnen aus diesem Chaos durch ihre eigene Kraft zu glauben. Sie begreifen nicht, da\u00df eine auf die Spitze ihrer Macht getriebene kapitalistische Wirtschaftsordnung, um der ihr innenwohnenden Gesetze halber, sie in den Weltkrieg hineinschleuderte und da\u00df eben dieselbe Wirtschaftsordnung in diesem Kriege von dem H\u00f6hepunkt ihres sch\u00f6pferischen Wirkens hinabglitt auf die Bahn des langsamen aber st\u00e4ndigen Niedergangs. Schwer, nur allzuschwer dringt die Erkenntnis zu ihnen, da\u00df sie k\u00e4mpfen m\u00fcssen um die Befreiung von ihrem Sklavenjoch, da\u00df sie gemeinsam mit ihren Unterdr\u00fcckern den Untergang erleiden werden.<br \/>\nSie f\u00fchlen den Boden unter ihren F\u00fc\u00dfen wanken und suchen vergebens nach einem festen Halt. Kein anderes Gef\u00fchl herrscht mehr in ihnen denn der Hunger. Sie schreien nach neuer Fron, betteln um Arbeit, um Nahrung und sind au\u00dferstande zu begreifen, da\u00df sie jemals anders denn aus der Hand des Kapitalisten Nahrung erhalten k\u00f6nnten. Sie sind blind und taub f\u00fcr die Erkenntnis, da\u00df die Krise der kapitalistischen Unterdr\u00fcckungsmaschine ihre Fesseln lockert. Sie f\u00fcrchten vielleicht mehr noch als den Unterdr\u00fccker selbst &#8211; die Befreiung von ihm. Gewohnheit, Erziehung, die g\u00e4nzliche Wesenlosigkeit ihres Sklavendaseins hat sie vollends des Glaubens an ihre eigene Kraft, des Gef\u00fchls f\u00fcr ihre Menschenw\u00fcrde beraubt. Nicht nur ihr K\u00f6rper, ihr ganzes F\u00fchlen und Denken ist mit tausend Fesseln an den Unterdr\u00fccker gekettet. Wenn sie \u00fcberhaupt noch einen Wunsch au\u00dfer dem nach Stillung des nagenden Hungers empfinden, so ist es der, selbst einmal &#8212; Kapitalist sein d\u00fcrfen, selbst einmal Ausbeuter zu werden, selbst einmal die Macht aus\u00fcben zu d\u00fcrfen, deren Objekt sie jetzt sind.<br \/>\nUnd so erwachsen aus Not, Elend und hemmungsloser Verzweiflung alle Abarten wilder egoistischer Instinkte, \u00fcberschwemmt uns eine Flut verbrecherischer Triebe, herrschen Korruption und Demoralisierung allenthalben, wohin wir blicken, bilden sie das Signum unserer Gegenwart. In diesem Augenblick haben wir niemals zu vergessen, da\u00df dieses zur entsetzlichen Fratze verzerrte Gesicht der Menschheit unserer Tage das eigentliche Gesicht des Kapitalismus ist. Niemals d\u00fcrfen uns alle Begleiterscheinungen der Gegenwart die \u00dcberzeugung rauben, da\u00df einen Ausweg aus all dem Chaos nur die unerm\u00fcdliche, t\u00e4glich von neuem beginnende Arbeit am Sozialismus bahnen kann. Fest und unbeirrbar lebt die Erkenntnis in uns, da\u00df der Weltkrieg den Anfang zu einer Weltenwende schuf. Es wird letzten Endes als einzige Besiegte aus dem Weltkrieg die herrschende Gesellschaftsordnung hervorgehen und ihr Ende wird der Anfang der Herrschaft des Sozialismus sein.<br \/>\nJa, aber k\u00f6nnen diese armseligen Menschen der Gegenwart jemals sich zu freien, denkenden, selbstbewu\u00dft handelnden Sozialisten entwickeln? Ja und abermals ja! Freudig bejahen wir diese Frage und f\u00fcgen hinzu:<br \/>\nSo wie heute die Sklaven des Kapitalismus entsetzt und fassungslos den hereinbrechenden Ereignissen gegen\u00fcberstehen, so hat einst in grauen Vorzeiten der Urmensch sich in fassungslosem Entsetzen zusammengeduckt, wenn Donner und Blitz als ihm unbekannte Gewalten seine Sinne bet\u00f6rten. In unaufh\u00f6rlicher Entwicklung erst erklomm er die Stufe der Erkenntnis, die ihn lehrte, das Walten der Elemente in der Natur zu begreifen, sich vor ihren Ausbr\u00fcchen zu sch\u00fctzen und schlie\u00dflich &#8212; sie zu beherrschen.<br \/>\nEnde Zitat 1<\/p>\n<p>Zitat 2:<br \/>\n\u201eUnd desto eher wird dieser Tag hereinbrechen, je tatkr\u00e4ftiger alle, die den Kampf gegen Stumpfsinn, Resignation und geistige Blindheit aufnehmen, die beseelt von innerer Erkenntnis stark und in froher Zuversicht den Massen den Weg in die Zukunft zu bahnen haben. Es ist das Banner des Freidenkertums, das gerade jetzt, inmitten der Zerrissenheit unserer Gegenwart mit aller Kraft und weithin sichtbar aufgepflanzt werden mu\u00df. Es ist der Begriff des Freidenkertums, den wir hier in erster Linie zu definieren haben.<br \/>\nFreidenker nennt sich mancher, der um innerer Erholung halber in den Kreis freidenkender Menschen trat, um bei ihnen Anregung und Ausf\u00fcllung seiner Mu\u00dfestunden zu suchen. Freidenker ist aber nur der, wer sein ganzes Wissen und K\u00f6nnen als R\u00fcstzeug im Kampfe f\u00fcr die Erl\u00f6sung der Menschheit aus geistiger Knechtschaft benutzt. Freidenker sein hei\u00dft K\u00e4mpfer sein.\u201c<br \/>\nEnde Zitat 2<\/p>\n<p>Quelle:<br \/>\n\u201eUm des Geistes Freiheit\u201c<br \/>\nMax Sievers, aus: &#8222;Der Freidenker&#8220; Nummer 1 &#8211; Januar 1925, 1. Jahrgang<\/p>\n<p>Warum sind hier die Zitate l\u00e4nger als mein Beitrag?<br \/>\nGanz einfach, es best\u00e4tigt doch meine These, alles ist geschrieben, nur eben nicht umgesetzt (siehe auch\u201c11. These zu Feuerbach\u201c Marx). Zuf\u00e4lle gibt es nicht und die L\u00f6sung w\u00e4re aus meiner Sicht: Einheit in Vielheit wider das System! Das wurde abgelehnt, verspottet, akzeptiere ich, nur leider gibt es keine mir vorliegenden besseren Vorschl\u00e4ge.<br \/>\nMit gro\u00dfem Fragezeichen versehen verweile ich in Erwartung auf Antwort wie immer:<br \/>\n\u201eDenkt dar\u00fcber nach!\u201c -\u201cbelastet Euch dieser Aufruf \u2013 schreibt dazu\u201c<br \/>\nAndreas Kr\u00f6del<\/p>\n<p>Hinweis:<br \/>\n\u201eDenkt dar\u00fcber nach!\u201c erscheint unregelm\u00e4\u00dfig und ist kostenlos. Weiterleitung\/ Verbreitung erw\u00fcnscht.<br \/>\nDie Beitr\u00e4ge sind mit freundlicher Genehmigung der Autoren eingestellt; Kontaktdaten liegen mir vor.<br \/>\nF\u00fcr den Inhalt sind die Autoren selbst verantwortlich.<br \/>\nAndreas Kr\u00f6del<br \/>\nan-kroedel@t-online.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDenkt dar\u00fcber nach!\u201c Autor: Andreas Kr\u00f6del Datum: 03.10.2015 Thema:\u201c \u201eFreidenker\u201c Zitat 1: \u201eEin Wirbelsturm ungeheuren Erlebens braust \u00fcber die Menschheit unserer Tage dahin. In unaufh\u00f6rlicher Reihenfolge schlagen die Wellen wirtschaftlicher und politischer Krisen \u00fcber uns hinweg. 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