{"id":6,"date":"2001-10-07T10:51:08","date_gmt":"2001-10-07T09:51:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/kroedel\/wp\/?p=6"},"modified":"2007-03-03T18:23:20","modified_gmt":"2007-03-03T17:23:20","slug":"nordische-schriften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/?p=6","title":{"rendered":"Nordische Schriften"},"content":{"rendered":"<p><u>Inhalt<\/u><\/p>\n<li>Einleitung oder Bezug<\/li>\n<li>Land und Leute im Norden<\/li>\n<li>Gedanken zum Selbstverst\u00e4ndnis<\/li>\n<li>Fragen oder Ethik<\/li>\n<p>Wir schreiben den August 2001 im Norden von Europa. Urlaub zwischen Ebbe und Flut. Zwei B\u00fccher liegen auf meinem Tisch. Da ist zum Einen der Jostein Gaarder mit &#8222;Der seltene Vogel&#8220; und zum Anderen &#8222;Verbotene Fr\u00fcchte &#8211; Ethik des Humanismus&#8220; von Paul Kurtz. Da Jostein Gaarder vieles aus dem noch etwas n\u00f6rdlichen Norden schreibt, sei ihm bei einer Rezension der Vorrang einger\u00e4umt.<br \/>\nEr beginnt wie auch in anderen seiner Werke mit der Frage; wer bist DU, woher kommst DU, woher kommt DIE Welt und findet schnell heraus, da\u00df der gegenw\u00e4rtige Mensch weder frei noch Pers\u00f6nlichkeit ist, und, da\u00df es aber eine Zukunft besserer Art geben mu\u00df, auch wenn er sie mit seinen Fragen zu tief selbst in Frage stellt.<br \/>\nSitze ich hier am offenen Fenster mitten auf dem Bauerhof und lese vom &#8222;Zeitscanner&#8220;, der Maschine, die uns `endlich` in die Lage versetzt, auch das letzte erforschte Geheimnis und die gesamte Geschichte dazu zu Hause zu erleben; Einkauf; Freude und Lust bestellen wir schon lange per Computer, Nachrichten und Mitteilungen gehen per &#8222;Net; Mehl oder SiMSn&#8220; &#8211; ich sehe hier H\u00fchner, die auf einer Wiese laufen; K\u00fche, die noch Bullen kennen und auf der Weide gedeckt werden und da auch kalben, vor dem Fenster, gleich hier unter dem Dach f\u00fcttern Spatzen und Schwalben l\u00e4rmend ihre Jungen, es ist ein sch\u00f6ner L\u00e4rm;_____&#8212;- ____der Mensch hat erst die Tiere eingesperrt in K\u00e4fige und St\u00e4lle, hat Pflanzen zu Maschinen scheinbarer Vitaminproduzenten gemacht &#8211; eine Antwort auf das WARUM suchen wir im Laufe dieser Abhandlung zu finden, eigentlich ist sie vor aller Augen!<br \/>\nDer Mensch war auch einmal in der Natur und hatte in der Herde\/ Rotte\/ Rudel seinen Platz zu behaupten. Er bekam aus der Gemeinschaft Informationen, Neuigkeiten oder Normen vermittelt. Gaarder beschreibt, wie sich der Mensch selbst einsperrt in einen K\u00e4fig der perfekten Information, er kann weder selbst denken noch handeln, er ist Teil einer Maschine, herabgew\u00fcrdigt durch sich selbst. Es scheint, als brauche er Niemand und Nichts&#8212; als habe er Alles ___&#8212;__ aber er hat NICHTS, er ist nicht mehr MENSCH.<br \/>\nEs gibt keinen Unterschied mehr zwischen dem Huhn im K\u00e4fig als &#8222;Eierproduzent&#8220; und den Menschen in den Gro\u00dfstadtgettos, sie werden versorgt mit dem, was sie scheinbar brauchen, gemessen an scheinbaren Leistungen fragw\u00fcrdiger Normen und am Ende werden sie entsorgt.<br \/>\nFr\u00fcher waren Handel, Einkaufen gleichzeitig Austausch von Neuigkeiten; man konnte sich beraten, es gab Verk\u00e4ufer\/innen. Es gab Kontakt zwischen den Menschen. An langen Winterabenden traf man sich, pflegte Traditionen, diskutierte und gestaltete Kultur. Nach der Arbeit sa\u00df man zusammen bei einem Glas Bier. Es gab ein Leben im Arbeiterverein (Brigade), es gab Sportvereine. Heute sitzt man eben in diesem K\u00e4fig &#8211; Wohnung und hat Alles, was notwendig &#8222;scheint&#8220;; man hat nur keinen Kontakt mehr zu Menschen!<\/p>\n<p>&#8220; Diesen Jostein m\u00fc\u00dfte man entweder verbieten oder zur Lesepflicht f\u00fcr alle Menschen machen; so aber ist es ungerecht &#8211; einzelne Menschen erkennen, fragen sich: &#8222;WER bist DU &#8211; woher kommst Du &#8211; wie lebst Du?&#8220;<br \/>\nSie bekommen einen winzigen Funken und es ist Erkenntnis;<br \/>\nEigentlich kennen sie den Weg, sie m\u00fcssen ihn aber noch beschreiten,<br \/>\njeder f\u00fcr sich selbst!<br \/>\nSo kann aus dem Funken das Licht werden,<br \/>\nwelches `mein` Leben ausleuchtet &#8211;<br \/>\nund anderen als Fackel der Aufkl\u00e4rung den Weg zeigt!<\/p>\n<p>Alle, die ihn nicht gehen (wollen, w\u00fcnschen usf.)<br \/>\nverdienen nicht mehr als Mitleid.<br \/>\n(Jeder kann in seinem Leben f\u00fcr sich diesen Weg finden!)<\/p>\n<p>Wer die Gr\u00f6\u00dfe des Universums begriffen hat,<br \/>\nkann sich \u00fcber das Detail und jede Winzigkeit freuen,<br \/>\ner h\u00f6rt nicht auf, sich zu wundern<br \/>\nund fragt immer wieder<br \/>\nnach sich selbst<br \/>\nund nach dem Ursprung;<br \/>\ner hat Stumpfsinn und Gegenwart \u00fcberwunden<br \/>\nund denkt \u00fcber eine neue Zukunft nach!<br \/>\nEr ist bereit, etwas f\u00fcr die Zukunft zu tun;<br \/>\naber die Menschen der Gegenwart h\u00f6ren ihn nicht,<br \/>\nwollen nicht begreifen;<br \/>\nsie erkl\u00e4ren ihn einfach f\u00fcr verr\u00fcckt!<br \/>\nSie erkennen selbst erst dann, wenn sie krank sind,<br \/>\nwenn sie Probleme haben.<br \/>\nDemnach ist die Welt zwar erkennbar,<br \/>\naber der Mensch vermag die Erkenntnis nicht zu sehen,<br \/>\ndenn am Anfang war kein Licht.&#8220;<br \/>\nG.G.M.<br \/>\nGanz in meinem Sinne beschreibt hier G.G.M. den Jostein und gerade ich, einer, der versucht, Philosoph zu sein f\u00fcr eine Zukunft ohne Macht und Kapital als Weg zu einer Gesellschaft der Menschen mit der Natur, als einer, der aufruft, Zukunft zu gestalten, ich habe mir einen Abschnitt zum Leitbild gemacht, denn ich habe nicht nur die G\u00f6tter \u00fcberwunden, ich habe die Entfremdung der Menschen von sich selbst begriffen und die Allm\u00e4hlichkeit von Revolutionen; und ich begreife die Sch\u00f6nheit und st\u00e4ndige Entwicklung des Universums an sich.<br \/>\n&#8222;Ich selbst bin ein zu gro\u00df geratenes Kind, empfindsam wie ein Neugeborenes. Es ist mir niemals gelungen, erwachsen zu werden.<br \/>\nSo werde ich nie zur Ruhe kommen. Immer werde ich hellwach sein. Und obwohl meine Mitmenschen auf ihre Weise ebenfalls wach sind, obwohl sie essen und trinken und arbeiten gehen &#8211; schlafen sie.<br \/>\nQuicklebendig jagen sie durch die Welt und existieren, krabbeln als M\u00e4rchengestalten aus Fleisch und Blut auf einem Erdball im Universum umher. Doch sie sind nicht wirklich wach. Sie schlafen den Dornr\u00f6schenschlaf des b\u00fcrgerlichen Lebens.&#8220;<br \/>\nJostein Gaarder &#8222;Der seltene Vogel&#8220;<br \/>\n&#8222;Der Kritiker&#8220; S. 132<\/p>\n<p>Er hat so recht.<br \/>\nAuch Paul Kurtz kommt zu der Erkenntnis, da\u00df die Gegenwart mehr bringen m\u00fc\u00dfte, als die Menschen hier begreifen wollen. Weg von den religi\u00f6s einzementierten Dogmen der Moral und Sitten, hin zu einer Ethik der Zukunft voller st\u00e4ndiger wissenschaftlicher Weiterentwicklung im Sinne von Universit\u00e4ten statt Kirchen, oder Denken statt Glauben!<br \/>\nEr beschreibt und katalogisiert verschiedene Arten menschlicher Moral und Sitte in der Breite der Betrachtungswinkel.<br \/>\n&#8220; Ein sch\u00f6pferischer Mensch ist zu existenziellen Entscheidungen f\u00e4hig, ist gewillt, sein Schicksal soweit wie m\u00f6glich in die eigene Hand zu nehmen, von neuen Grenzen zu tr\u00e4umen und die M\u00fchen aufzubringen, alles das zu verwirklichen. Der sch\u00f6pferische Mensch ist nicht der Vergangenheit verhaftet, auch ist er nicht durch die Gegenwart \u00fcberw\u00e4ltigt, sondern konzentriert sich stattdessen darauf, die Zukunft zu gewinnen. Er badet sich weder im Sein noch sitzt er durch Nichtssein im Sumpf, sondern er brennt darauf, in den triumphierenden Proze\u00df des Werdens einzutreten, denn das ist der dynamische Schl\u00fcssel zum Leben.&#8220;<br \/>\nPaul Kurtz &#8222;Verbotene Fr\u00fcchte&#8220; S.152<\/p>\n<p>Die Menschen leben hier am Schnitt- oder Ber\u00fchrungspunkt dreier Elemente; dem Wasser, den Himmel und dem Land. Sie haben den Gewalten des Wassers Land abgetrotzt und sie wissen damit um den Wert des Landes; ebenso wie jeder, der etwas durch eigene Leistung vollbracht hat, sein Werk zu sch\u00e4tzen wei\u00df.<br \/>\nHier kann ich wahrlich \u00fcber Land und Wasser sehen, soweit das Auge reicht (richtig ist nat\u00fcrlich, wieweit es durch die Kr\u00fcmmung der Erdoberfl\u00e4che m\u00f6glich ist und der Stern am Nachthimmel, den ich gestern mit dem Fernrohr sah, sein Licht ist soviel Lichtjahre zu meinem Auge unterwegs und keiner kann mir sagen, was er heute ist, ob es ihn \u00fcberhaupt noch gibt). Ich finde ruhige Menschen an diesem Ort, nur zw\u00f6lf Kilometer entfernt liegt ein anderer &#8222;Ferienort&#8220; in einer anderen Welt, voll mit Geflimmer und scheinbaren Prunk, hier wird ihnen vielleicht auch bald das gew\u00fcnschte Wetter serviert.<\/p>\n<p>Mein Blick geht also Kilometer geradeaus,<br \/>\nGeh\u00f6ft, Wiesen, K\u00fche, Schafe,<br \/>\nwenige B\u00e4ume, dahinten ein Mast<br \/>\nHimmel &#8211; oder besser Wolken;<br \/>\nWir sahen den Deich &#8211; windgebeutelt<br \/>\nGr\u00fcn behauptet sich, ist aber nicht sicher,<br \/>\nSchafe, Schlick und Modder<br \/>\nund den Menschen,<br \/>\nder gegen die Gewalten mit Pf\u00e4hlen und Steinen antritt,<br \/>\nmit Lahnen;<br \/>\nSalzwiesen entstehen bewachsen mit Queller,<br \/>\ndas kommende Wasser aber beherrscht die Fl\u00e4che,<br \/>\ngetrieben vom Mond<br \/>\nwieder und wieder;<br \/>\nund drau\u00dfen der Leuchtturm, die Insel, das Schiff<br \/>\nund hinter dem Deich fruchtbares Land &#8211; der Koog,<br \/>\nvon Menschen dem Meer abgerungen!<\/p>\n<p>&#8222;Solange ich denke, bin ich.&#8220; Ein richtiger Satz des Cartesius, denn Denken ohne Sein geht nicht. &#8222;Wenn ich aber nicht mehr bin..&#8220; ist falsch; man stirbt nach heutigem Verst\u00e4ndnis, indem die Form meines Selbst sich dahingehend ver\u00e4ndert, da\u00df ich nicht mehr denke, nicht mehr lebe im Sinne der Medizin, mein Sein aber ist doch da, verfault, wird verbrannt, es bleibt Asche und Rauch, es wird von Anderen gefressen, dient Pflanzen als Nahrung. Meine Daseinsform \u00e4ndert sich st\u00e4ndig, wird von Anderen aufgenommen, zerteilt sich, nur meiner speziellen Denkweise wird der materielle Boden entzogen mit meinem Tod. Diese Denkweise liegt als Stoff vor, kann gelesen oder abgerufen werden &#8211; nur erkl\u00e4ren kann ich sie nicht mehr. Aber ihr wolltet es ja schon zu Lebzeiten nicht h\u00f6ren, was Wahrheit ist.<\/p>\n<p>Wir sind wahrlich gefangen vom Alltag, den Zwang des irren Scheines, so sein zu m\u00fcssen, wie es die Anderen von uns zu erwarten scheinen, verlangen oder fordern. Noch schlimmer ist, noch besser sein zu wollen, als es scheinbar Norm ist und dies dann auch noch als &#8222;pers\u00f6nliche Freiheit&#8220; zu missdeuten.<br \/>\nWir suchen doch weder Wahrheit noch Wirklichkeit, noch wissen wir, wer DIE sind, die die Normen festlegen (es k\u00f6nnte ja der Nachbar sein, und der hat jetzt ein neues Auto und ein besseres Schnurlosfunktelefon &#8211; wir brauchen das demzufolge auch: und rein zuf\u00e4llig bietet die Werbung dazu gerade das passende &#8222;Schn\u00e4ppchen&#8220; &#8211; ad primitivum!)<br \/>\n&#8222;Mensch&#8220; sein in den Augen &#8222;der Welt&#8220;; &#8222;vern\u00fcnftig&#8220;, &#8222;artig&#8220;, &#8222;brav&#8220;, &#8222;lieb&#8220; und ja nie &#8222;etwas wahnsinnig&#8220; oder ein bisschen &#8222;verr\u00fcckt&#8220;; schlimm ist, da\u00df der Inhalt dieser Worte immer bestimmt ist von dem Sinn, den die Machthaber (wieder zur Erinnerung ist das heute ein &#8222;Medien- Milit\u00e4risch- Industrieller- Komplex&#8220; oder kurz das Kapital mit Staat und Verdummungsinstitutionen &#8212;___ nach Kr\u00f6del) als &#8222;Freiheit unserer selbst&#8220; oder als &#8222;freie Entwicklung unserer Pers\u00f6nlichkeit&#8220;, als &#8222;echte und wahre Werte&#8220; von Sitte und Moral, in Summe als Ethik der Gegenwart, verkaufen.<br \/>\nIch erkenne also, es sind immer die Ma\u00dfst\u00e4be der Anderen, die ich an mich legen soll; wage ich wirklich mein eigenes ICH, dann ist es mit der Geduld der Anderen bald vorbei &#8211; der ist ja bl\u00f6d, der geh\u00f6rt in die Klapsm\u00fchle und Heine w\u00fcrde wieder schreiben, &#8220; sie haben sich selbst ge\u00e4fft und genarrt und gefoppt&#8220;.<br \/>\nIn diesem Sinne k\u00f6nn`t ich sagen: Ich bin stolz, bl\u00f6d zu sein!<br \/>\nIch bin stolz, Etwas \u00fcberwunden zu haben aus dieser Gegenwart, wenigstens Weniges begriffen zu haben und zu sein, wie ich will &#8211; auch wenn die Anderen hellwach scheinen, aber doch so tief schlafen!<br \/>\nWas also ist &#8222;verr\u00fcckt&#8220;? Ich? In diesem Sinne &#8211; bitte sehr, von mir aus gern!<br \/>\nIch m\u00f6chte gerne eine junge, schlanke Frau (nach dem Gesetz nat\u00fcrlich vollj\u00e4hrig und ihr Einverst\u00e4ndnis vorausgesetzt) gyn\u00e4kologisch untersuchen, richtig im Beisein und unter Anleitung des Arztes und der Schwester in der Praxis. Bin ich deshalb pervers, unmoralisch, ist das sittenwidrig oder gar krankhaft? Oder ist eine solche Neugier geweckt durch dieses totale Tabu, welches den ganzen Bereich umgibt; das alles ist &#8222;unanst\u00e4ndig&#8220;; &#8222;da schaut man nicht hin&#8220;, &#8222;das geht niemand etwas an&#8220;!<\/p>\n<p>Paul Kurtz strebt eine Wissenschaft der Ethik an, eine st\u00e4ndig an der aktuellen Wirklichkeit sich anpassende Moral- und Sittendefinition, die von einer gesetzgebenden Gewalt umgesetzt wird. Es soll ein fruchtbarer Meinungsstreit sein, an dem alle Menschen teilhaben. Ein erster Schritt w\u00e4re die moralische \u00dcberwindung der gegenw\u00e4rtigen kapital-religi\u00f6sen Vernebelung und Verblendung der Massen, sie ist in Wirklichkeit die moderne Form der Versklavung von Milliarden Menschen.<br \/>\nHier geht Jostein Gaarder aus meiner Sicht etwas zu weit, wenn er immer wieder die Frage nach dem &#8222;letzten Warum&#8220; stellt. Wir haben in der Gegenwart schon viel erreicht, wenn sich Milliarden wieder wundern k\u00f6nnten. Das w\u00e4re ein Punkt, wo die alten G\u00f6tter und die neuen Medien ihren Gott und Herren Kapital schon Wirkliches an Leistung nachweisen m\u00fcssten.<br \/>\n(Eben schauen mir zwei Spatzen zu, wie ich an dieser elektronischen Maschine schreibe, sie sitzen direkt neben mir auf dem Fensterblech und sie wundern sich scheinbar nicht einmal!)<br \/>\nZusammengefasst noch einmal die drei philosophischen Spr\u00fcnge (in der Allm\u00e4hlichkeit des Prozesses nach Kr\u00f6del):<br \/>\n1. Vom Glauben zum Denken.<br \/>\n2. Vom Stand des Wissens zum bewussten Tun.<br \/>\n3. Das Denken ergreift die Massen zum weltweitem Sieg der Vernunft.<\/p>\n<p>Ob es heute noch gro\u00dfe, riesig neue Erkenntnisse der Philosophen zu Gegenwart und Vergangenheit geben wird, ist kaum anzunehmen.<br \/>\nDa ist vielleicht noch einmal \u00fcber einen neuen Kalender nachzudenken, denn unser gegenw\u00e4rtiger ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht so ganz richtig, wenn wir unsere Zeit im Ma\u00dfe der astronomischen Ereignisse messen wollen. Wir haben den Tag, eine Erddrehung und es mu\u00df dann ein Monat folgen, eine Umrundung des Mondes um die Erde, rund 28 Tage. Damit h\u00e4tten wir 13 Monate mit je 28 Tagen, damit ist dann fast eine Runde um die Sonne erreicht, 364 Tage plus einen Ausgleichtag, von mir aus Feiertag, bei Gaarder &#8222;Jokertag&#8220; usw.<br \/>\nMan k\u00f6nnte vielleicht noch in der Biologie die Einstellung zu bestimmten Produkten anders durchdenken, z. B. bei der Aufnahme von Vitaminen. Heute sagt man, i\u00df Vitamine, das ist richtig, aber der K\u00f6rper nimmt nur die Vitamine, die er braucht; alles Andere marschiert in den Locus. Wo wir im Obst Vitamine vermuten, ist schon lange nichts mehr davon oder die Schadstoffe \u00fcberwiegen deutlich den Nutzen. Es soll aber in G\u00e4rten oder auf D\u00f6rfern noch richtige Obstb\u00e4ume geben, da ist das Obst sogar manchmal madig.<br \/>\nMan k\u00f6nnte vielleicht auch in der Mathematik suchen; ein halbvolles Glas gleicht einem halbleeren Glas, also ist Null gleich Eins? Oder: Drei mal Drei ist Neun; Minus Drei mal Minus Drei ist auch Neun; also ist Plus Gleich Minus?<br \/>\nAls letztes Beispiel solcher Spielereien vielleicht die Frage, wieso der Tag keinen Anfang und kein Ende hat, Vierundzwanzig Uhr ist gleichzeitig Null Uhr?<br \/>\nVielleicht als Anregung k\u00f6nnte man Gedanken der Freidenker fortf\u00fchren, die Sonnenwenden oder Tag- und Nachtgleichen zu feiern, sie sind ohnehin der wahre Ursprung fast aller Feste der Menschheit. Und der &#8222;Jokertag&#8220; ist immer frei, denn er ist ein Ausgleichstag; einfach, um die Tage und das Jahr nicht mit Bruchstellen berechnen zu m\u00fcssen.<br \/>\nDenk aber immer an den K\u00e4fig, in den sich der Mensch selbst gerade einsperrt. Hat sich keiner bisher \u00fcber all die hier aufgef\u00fchrten Fragen gewundert, sie waren sicher schon bei manchem Freidenkertreffen Thema. Bringe ich unter heutigen Bedingungen nur den neuen Kalender, mu\u00df ich meine Vorgehensweise gut durchdenken. Jeder hat mehrere Kalender im Gebrauch, jeder Rechner, jede Uhr haben inzwischen elektronische Kalender und damit fast jede Maschine, jedes Flugzeug oder Schiff, jeder Satellit, jede Rakete. Eine Umstellung w\u00fcrde f\u00fcr die verschiedenen Branchen Milliarden Profit bedeuten, denn jeder br\u00e4uchte die neuen Zeitmesser. Dann k\u00e4me aber eine Flaute. Wenn ich nicht jeden Monat eines Jahres ein neues Bild an der Wand w\u00fcnsche, brauche ich keinen neuen Kalender mehr, denn er bleibt gleich; das Kapital rechnet aber langfristig!<br \/>\nSchlu\u00df nun mit diesen Spielereien des Denkens. Sie sollen als Ansto\u00df dienen und die eigentliche Winzigkeit an Problemen darstellen. Ich m\u00f6chte doch gern einen alten Begriff verwenden f\u00fcr Das Wesentliche der Philosophie der Gegenwart: Die Hauptaufgabe der Philosophen der Gegenwart ist die theoretische Gestaltung einer Zukunft nach diesen gegenw\u00e4rtig noch bestehenden Machtverh\u00e4ltnissen des Kapitals.<\/p>\n<p>Deshalb mu\u00df die Philosophie der Gegenwart nicht in Spitzfindigkeiten und Kleinkram herunterkommen, schreiben, nur um des Schreibens willen. Glaubt mir doch endlich; und das schreibe ich nun schon Jahre, es mu\u00df eine Philosophie der Zukunft, etwas was nach der Herrschaft des Kapitals kommt und nicht Chaos ist; erarbeitet, gestaltet, diskutiert werden. Alternativen, eben nicht Probleme w\u00e4lzen sondern Chancen zur Aufgabe Zukunft suchen.<br \/>\nVielleicht sind dazu Gedanken von Sokrates hilfreich, als er auf den Markt ging und mit dem Volk ( damals auch P\u00f6bel genannt) sprach, Menschen ansprach, sie fragte nach ihrem Sein, nach ihren W\u00fcnschen. So erkannte er schnell, da\u00df die Masse nicht dumm, aber arm und unterdr\u00fcckt ist, das der Reichtum ungerecht ist, falsch verteilt und als er das \u00f6ffentlich aussprach, wurde er zum Tod verurteilt.<br \/>\nEs gibt tausende solcher Beispiele in der Geschichte der Philosophie bis hin zu einigen utopischen Vorstellungen von Marx und der klassenlosen Gesellschaft, einem Kommunismus ohne Ungerechtigkeit und vor allem der freien Entfaltungsm\u00f6glichkeiten als Bed\u00fcrfnis. Da gibt es auch einen Johann Most, der die Zukunft in einem &#8222;Anarchismus&#8220; findet &#8211; eine Aufhebung aller Gewalt- und Machtstrukturen, aller Bindungen an Partei, Statut usw.<\/p>\n<p>Schon hier ist die Breite der Denkansatzm\u00f6glichkeiten erkennbar, l\u00e4sst sich absch\u00e4tzen, da\u00df jeder Mensch seine eigenen Vorstellungen von einer gerechten, wirklich sittlichen und moralischen Zukunft und seiner pers\u00f6nlichen Verwirklichung darin hat. Dies alles mu\u00df dann aufgearbeitet werden, geb\u00fcndelt werden und es mu\u00df eine Stra\u00dfe gebaut werden, der Weg in die Zukunft. Er wird erleuchtet von den Fackeln der Aufkl\u00e4rung, dem Licht der Erkenntnis. Seine Schilder und Hinweise, seine Gebotsschilder, aber auch seine Grenzen werden beschrieben von Philosophen; Menschen, die st\u00e4ndig bereit sind, neue Erkenntnisse aufzunehmen, neue Materialien und Techniken zu verwenden; die eine aktuelle Ethik als Wissenschaft menschenverst\u00e4ndlich immer weiter entwickeln. Aber sie haben auch die grundlegenden Richtungen nicht aus dem Auge zu verlieren; es darf keinen Augenblick vergessen werden, da\u00df die Masse komplett die L\u00f6sungen mittragen mu\u00df, was im Reifeproze\u00df nicht immer sein wird (Milliarden schlafen heute, eingelullt! Und die alle werden geweckt, stellt euch doch einmal das Denken vor!)<br \/>\nDie Menschen haben sich auseinandergelebt &#8211; es gilt sie wieder als Volk zu vereinigen!<\/p>\n<p>Wir sind in der Praxis am Anfang des ersten philosophischen Sprunges bei der Masse der Menschen. Einige, darunter auch Freidenker sind mit dem ersten Schritt fertig (was ich auch von mir behaupte), sie, als Vordenker m\u00fcssen arbeiten, um einerseits immer mehr Menschen aus ihrem Schlaf zu wecken und andererseits den zweiten Sprung vorzubereiten.<br \/>\nIch habe mich also erkannt, f\u00fcr mich ist die Frage: &#8222;Wer bist Du?&#8220; soweit gekl\u00e4rt, da\u00df ich nur noch die Spaltung in mich selbst und diesem G.G.M. habe, damit kann ich leben. Es ist die Abw\u00e4gung zwischen Herz und Kopf, Bewu\u00dftsein und Unterbewusstsein, ein nachgeben dem Gef\u00fchl vor der Tat der Vernunft, kleine menschliche Schw\u00e4che. Das hat Jeder!<\/p>\n<p>Haben wir Mensch f\u00fcr Mensch geweckt, ihm sein Ich in der riesigen Welt begreiflich gemacht, m\u00fcssen wir eine neue Frage stellen:<br \/>\n&#8222;Was willst Du?&#8220;<br \/>\nEs wird eine Flut geben von Wollen und es mu\u00df &#8222;die Spreu vom Weizen&#8220; getrennt werden, es m\u00fcssen sicher auch Bed\u00fcrfnisse geweckt werden, weil der Mensch sie allein nicht findet; &#8211; es darf aber nie wieder Bed\u00fcrfnis vorgeschrieben, vorgegaukelt mit der Macht aller Medien werden. Der Mensch mu\u00df \u00fcber sich, seinen K\u00f6rper und seine Bed\u00fcrfnisse selbst bestimmen. Was dabei zu welchem Zeitpunkt auf dem langen, allm\u00e4hlichen Weg (der uns aus der Entfremdung unserer selbst f\u00fchrt), m\u00f6glich ist, machbar und was noch Traum, Utopie bleiben mu\u00df bis&#8230;, es h\u00e4ngt davon ab, wie viele Menschen begreifen, erkennen. Jeder Einzelne, der sich dann wieder privat bereichert, der das System nicht begriffen hat, der rei\u00dft Steine aus der eben gebauten Stra\u00dfe, es bilden sich Unfallquellen, Hindernisse und die gef\u00e4hrden den Weg an sich, denn es ist der Ausweg aller Menschen aus dem Dunkel der Gegenwart in eine ethisch &#8211; humanistische Zukunft, eine Zukunft, die im Einklang mit der Natur erm\u00f6glicht, da\u00df dieser blaue Planet Erde in seiner Vielfalt des Lebens nicht vom Menschen zerst\u00f6rt wird; sondern das man zumindest bis in drei Milliarden Jahre planen kann; dann haben Wissenschaftler errechnet, ist wahrscheinlich die Kraft, die W\u00e4rme der Sonne zu Ende. Da wird man neu \u00fcberlegen m\u00fcssen, aber bis dahin ist Zeit zum Denken.<br \/>\nNostratamus sagte im 15. Jahrhundert voraus, da\u00df die Menschheit im Jahre 2035 im Kampf um das letzte &#8222;ERDPECH&#8220; sich selbst zerst\u00f6rt, aus heutiger Sicht ist zumindest der Gedanke vorstellbar, da\u00df mit dem Ersch\u00f6pfen der bisher bekannten Reserven an Rohstoffen der Erde Krieg ausbricht, um gegenw\u00e4rtigen Luxus f\u00fcr Einzelne weiter zu erhalten.<\/p>\n<p>Es ist dann auch nicht mehr zu bef\u00fcrchten, da\u00df die Menschheit erst kurz vor dem Untergang lautstark geweckt werden mu\u00df wie in der Gegenwart, dann ist sie wach und Alle leisten ihren Beitrag; nicht als Problem, sondern als Chance, vielleicht auch ohne Sonne leben zu k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Paul Kurtz schreibt in &#8222;Verbotene Fr\u00fcchte&#8220;:<br \/>\n&#8222;Die Prinzipien der Moral, die unser Verhalten beherrschen, wurzeln in Angewohnheit und Sitte, Gef\u00fchl und Mode. Ethische Prinzipien gehen aus dem fruchtbaren Boden menschlicher Erfahrung hervor, m\u00fcssen jetzt aber durch kritische Intelligenz gepflegt und gest\u00fctzt werden&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;Intelligenz \u00fcbersetzt willk\u00fcrliche Regeln in begr\u00fcndete Urteile, die im Lichte der Vernunft gestaltet wurden.&#8220;<br \/>\nS.96<\/p>\n<p>Es tut mir leid f\u00fcr die wenigen Leser, die sich mit meinen Texten und Arbeiten besch\u00e4ftigen, sie gar lesen. Auch hier habe ich alle neueren Erkenntnisse wieder einf\u00fcgen m\u00fcssen in der Hoffnung, da\u00df auch Einer nur mehr liest, als beim vorherigen mal. Viele Erkl\u00e4rungen mu\u00df ich nat\u00fcrlich einsparen, sie stehen in den Texten, die sich mit dem entsprechenden Thema besch\u00e4ftigen und die liegen alle in irgendwelchen Listen oder direkt in Zeitschriften vor. Ich habe der Welt von meinem Wissen wenig verschwiegen, die Welt aber ignoriert, was sie f\u00fcr die Zukunft braucht und kaum ein Mensch wundert sich dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Denkt dar\u00fcber nach!<br \/>\nA. Kr\u00f6del<\/p>\n<p><u>Literatur<\/u><br \/>\nJostein Gaarder &#8222;Der seltene Vogel&#8220;<br \/>\nBertelsmann Club GmbH 1998<br \/>\nPaul Kurtz &#8222;Verbotene Fr\u00fcchte &#8211; Ethik des Humanismus&#8220;<br \/>\nAngelika Lenz Verlag 1998<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt Einleitung oder Bezug Land und Leute im Norden Gedanken zum Selbstverst\u00e4ndnis Fragen oder Ethik Wir schreiben den August 2001 im Norden von Europa. Urlaub zwischen Ebbe und Flut. Zwei B\u00fccher liegen auf meinem Tisch. Da ist zum Einen der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/?p=6\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-6","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philosophie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}