{"id":420,"date":"2014-07-25T07:18:48","date_gmt":"2014-07-25T06:18:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreas-kroedel.de\/wp\/?p=420"},"modified":"2014-07-25T07:18:48","modified_gmt":"2014-07-25T06:18:48","slug":"das-marchen-vom-pfleger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/?p=420","title":{"rendered":"Das M\u00e4rchen vom Pfleger"},"content":{"rendered":"<p>Das M\u00e4rchen vom Pfleger<br \/>\nEs war einmal ein junger Mann. Er erlernte den Beruf eines Krankenpflegers und bekam sogar einen Arbeitsplatz in einem Krankenhaus im \u201eOsten\u201c. Er fand es besonders wertvoll, schwerkranke Patienten zu betreuen und arbeitete auf der Intensivstation. Er qualifizierte sich weiter und Feierabend war f\u00fcr ihn erst, wenn alle anstehenden Aufgaben erledigt waren.<br \/>\nBei den Patienten und auch bei seinen Mitarbeitern hoch angesehen.<br \/>\nKlingt gut, nicht!?!<br \/>\nNun sind da aber die \u00d6konomen. schwer kalkulierbar, berechenbar solche Station.<br \/>\nDa steht hochwertige Technik, die muss st\u00e4ndig gewartet, gepr\u00fcft, geeicht werden, um im Notfall wirklich zur Verf\u00fcgung zu stehen. Betten, Medikamente und vieles mehr sind st\u00e4ndig vorzuhalten.<br \/>\nAusreichend Personal muss immer anwesend sein.<br \/>\nEs ist also nicht berechenbar, ob die Station voll oder nur halb ausgelastet ist. Aber das Krankenhaus muss ja \u201esparen\u201c Die \u201eKassen\u201c zahlen ihre \u201eFallpauschalen\u201c nur f\u00fcr belegte Betten.<br \/>\nAlso kam der Erlass, \u00dcberstunden werden nicht mehr bezahlt, sie sin \u201edurch Freizeit abzugelten\u201c. \u201ehat doch auch etwas Gutes, man kann sich der Familie widmen\u201c, auch wenn es im Geldbeutel erst einmal ein deutlicher Verlust ist.<br \/>\nWie Alles hat dies aber zwei Seiten, die Patienten kamen ja nicht \u201eplanm\u00e4\u00dfig\u201c also war auch die Freizeit nicht planbar, sondern eben sporadisch. \u00dcberstunden h\u00e4uften sich an.<br \/>\nDas Krankenhaus muss sparen. Damals arbeiteten die Angestellten 38,5 h pro Woche. Das wurde zur\u00fcckgefahren auf inzwischen wieder 40 h pro Woche, ohne Lohn\u00e4nderung.<br \/>\nLohnerh\u00f6hungen wurden minimiert, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld (auch 13. Gehalt genannt) wurden \u201evom Betriebsergebnis\u201c abh\u00e4ngig, war es gut, gab es etwas, war es schlecht, da geht ja die deutliche Tendenz hin, gibt es eben nichts.<br \/>\nDoch das Krankenhaus muss sparen. Also wurde auch da alles versucht, durch den Einsatz von Praktikanten, sozial \u201eFreiwilligen\u201c, da gibt es ja inzwischen hunderte Namen f\u00fcr, die Fachkr\u00e4fte zu \u201eentlasten\u201c. Da gibt es wohl sogar ein Gesetz, das diese Personen nur \u201ezus\u00e4tzlich\u201c Hilfe erbringen d\u00fcrfen und \u201ekeine festen Arbeitspl\u00e4tze beeinflussen oder gef\u00e4hrden d\u00fcrfen\u201c (oder so \u00e4hnlich).<br \/>\nDoch mit etwas \u201e\u00dcbung\u201c das leicht zu umschiffen, Personalmangel, oder \u201ehoher Krankenstand\u201c u.s.w. und schon ist das \u201egerechtfertigt\u201c.<br \/>\nDoch das Krankenhaus muss sparen. Also gab es die Idee, die Arbeitszeit zu verk\u00fcrzen, auf 6 Stunden t\u00e4glich, bei \u201eetwas niedrigerem Lohn\u201c.<br \/>\nDa reichte es dem Pfleger, er sah sich im Internet um, ob denn nicht eine bessere Stelle f\u00fcr ihn und seine Frau, auch Krankenschwester, im Angebot war. Sie schrieben einige Bewerbungen, fuhren zu Vorstellungsgespr\u00e4che im \u201eWesten\u201c, oh, sie konnten sich den Arbeitsplatz aussuchen, er auf der ITS, sie auf der Inneren, gleicher Schichtrhythmus, etwa ein Drittel mehr Gehalt, tariflich fest vereinbart Urlaubsgeld und 13. Gehalt, Vollbesch\u00e4ftigung, durch das Schichtsystem Zuschl\u00e4ge f\u00fcr Nacht- oder Wochenenddienst, an Sonn und Feiertagen extra, und noch mehr Urlaubstage.<br \/>\nUnd wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.<br \/>\nDa k\u00f6nnte man doch auf die Idee kommen, und fragen, gibt es immer noch \u201eOst\u201c und \u201eWest\u201c im \u201egleichen Staat BRD\u201c?<br \/>\nFrei erfunden!<br \/>\nAndreas Kr\u00f6del<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das M\u00e4rchen vom Pfleger Es war einmal ein junger Mann. Er erlernte den Beruf eines Krankenpflegers und bekam sogar einen Arbeitsplatz in einem Krankenhaus im \u201eOsten\u201c. 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