{"id":107,"date":"2012-02-25T09:44:19","date_gmt":"2012-02-25T08:44:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/kroedel\/wp\/?p=107"},"modified":"2012-02-25T09:44:19","modified_gmt":"2012-02-25T08:44:19","slug":"versuch-einer-antwort-zum-wzs-vom-260212","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreas-kroedel.de\/?p=107","title":{"rendered":"Versuch einer Antwort zum WzS vom 26.02.12"},"content":{"rendered":"<p>Gut, und hallo,<br \/>\nda ich hier namentlich von meinem Freund Wolfgang genannt werde, beweist, dass zumindest er mein WzS gelesen, und mir in den Darlegungen zustimmt.<br \/>\nAus diesem Grunde f\u00fchle ich mich aufgerufen, zu seinem hier vorliegenden WzS in einer Art zu antworten, aus einer Sicht zu schreiben, die anders ist als jegliche bisherige hier zum WzS, auch wenn dies meinerseits schon \u00f6fters unterschwellig eingeflochten wurde. Ich m\u00f6chte damit weder Atheisten, Philosophen oder Praktiker verprellen, Grundvoraussetzung des freien Denkens in Frage stellen noch in jedweder Art Menschen verletzen.<br \/>\nGestattet mir dennoch mal einen kleinen Ausflug in die Philosophie, zu der Disziplin, zu der ich auch Religionen z\u00e4hle:<br \/>\nLasst mich ebenfalls mit Goethe beginnen, vor den Zitaten, welche Wolfgang verwendet er:<\/p>\n<p>\u201eFAUST. Habe nun, ach! Philosophie,<br \/>\n    Juristerei und Medizin,<br \/>\n    Und leider auch Theologie<br \/>\n    Durchaus studiert, mit hei\u00dfem Bem\u00fchn.<br \/>\n    Da steh&#8216; ich nun, ich armer Tor,<br \/>\n    Und bin so klug als wie zuvor!<br \/>\n    Hei\u00dfe Magister, hei\u00dfe Doktor gar,<br \/>\n    Und ziehe schon an die zehen Jahr&#8216;<br \/>\n    Herauf, herab und quer und krumm<br \/>\n    Meine Sch\u00fcler an der Nase herum &#8211;<br \/>\n    Und sehe, da\u00df wir nichts wissen k\u00f6nnen!<br \/>\n    Das will mir schier das Herz verbrennen.<br \/>\n    Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen,<br \/>\n    Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;<br \/>\n    Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,<br \/>\n    F\u00fcrchte mich weder vor H\u00f6lle noch Teufel &#8211;<br \/>\n    Daf\u00fcr ist mir auch alle Freud&#8216; entrissen,<br \/>\n    Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,<br \/>\n    Bilde mir nicht ein, ich k\u00f6nnte was lehren,\u201c<br \/>\n\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026..<br \/>\n\u201eFAUST. Das also war des Pudels Kern!\u201c\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026.<\/p>\n<p>[Goethe: Faust. Eine Trag\u00f6die. Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, S. 49913 (vgl. Goethe-HA Bd. 3, S. 46)]\u201c<br \/>\n(Stand hier schon mehrmals geschrieben!)<\/p>\n<p>Es stellt sich nun die Frage, ist aller Menschen Wissen ein Nichts, jegliche Studien und Handlungen umsonst, sinnlos? Sind Milliarden B\u00fccher, heute Foren, Internetseiten bis hin zu.. ach, das aufzuz\u00e4hlen ist unm\u00f6glich, ebenso umsonst? Schreiben wir des Schreibens wegen, wenn\u2019s keiner mehr liest?<br \/>\nDies zu betrachten sei mir gestattet in aller K\u00fcrze, denn diese Frage besch\u00e4ftigt alle Philosophie der Menschen seit ihrem Bestehen als einziges wirkliches Thema und sie scheint dem Versuch nach von Milliarden Denkern in ihren jeweiligem Zeitgeist beantwortet, ja, ist sie auch, aber wer vermag die Wirklichkeit, oder Wahrheit zusammenzufassen, auf den Punkt zu bringen? Wer ist in der Lage, das Elend von dieser Welt zu verbannen, Wirklich im Sinne von Freiheit und Menschenrecht zu wirken \u2013 Menschen, Gott, der \u201eMEPHISTOPHELES?\u201c<br \/>\nWer ist wer?<\/p>\n<p>GOTT und die Menschen:<\/p>\n<p>\u201e27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, [a]zum Bilde Gottes schuf er ihn; und [b]schuf sie als Mann und Frau.<br \/>\na) Kap 9,6; b) Mt 19,4<br \/>\n28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und f\u00fcllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet \u00fcber die Fische im Meer und \u00fcber die V\u00f6gel unter dem Himmel und \u00fcber das Vieh und \u00fcber alles Getier, das auf Erden kriecht.<br \/>\n29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle B\u00e4ume mit Fr\u00fcchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.[a]<br \/>\na) Mt 6,25-34<br \/>\n30 Aber allen Tieren auf Erden und allen V\u00f6geln unter dem Himmel und allem Gew\u00fcrm, das auf Erden lebt, habe ich alles gr\u00fcne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.[a]<br \/>\na) Ps 145,16\u201c<br \/>\n(1. Mose ab 26\u2026)<\/p>\n<p>\u201eMEPHISTOPHELES\u201c, eben der Teufel oder Satan:<br \/>\n\u201e3 1 Aber die [a]Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen B\u00e4umen im Garten?<br \/>\na) Offb 12,9; 20,2<br \/>\n2 Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Fr\u00fcchten der B\u00e4ume im Garten;[a]<br \/>\na) Kap 2,16<br \/>\n3 aber von den Fr\u00fcchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, r\u00fchret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet![a]<br \/>\na) Kap 2,17<br \/>\n4 Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben,[a]<br \/>\na) Joh 8,44<br \/>\n5 sondern Gott wei\u00df: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und b\u00f6se ist.<br \/>\n6 Und die Frau [a]sah, dass von dem Baum gut zu essen w\u00e4re und dass er eine Lust f\u00fcr die Augen w\u00e4re und verlockend, weil er klug machte. Und sie [b]nahm von der Frucht und a\u00df und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er a\u00df.\u201c<br \/>\n(1. Mose 3:1)<\/p>\n<p>Quelle: \u201eLutherbibel\u201c letzte Ausgabe 1984, digital auf CD<\/p>\n<p>Gut, nun lasst mich zusammenfassen:<br \/>\nWas hier beschrieben ist, ist eine Seite. Auf der anderen Seite bildeten sich (schon vor der Bibel) Philosophien aus, die dem Menschen zusprachen, , sich selbst durch eigene Kraft (also nicht fremdgeleitet) behaupten zu k\u00f6nnen (nach S\u00fcnde unm\u00f6glich), nun hat aber die \u201eg\u00f6ttliche\u201c Seite unbestimmte Zeiten gesetzt, wir sollen in der gegenw\u00e4rtigen Herrschaft des \u201eB\u00f6sen\u201c \u00fcber diese Gegenwart abwarten, bis Gott eingreift, dies ist eine schwere Zeit, das bestreitet niemand.<br \/>\nK\u00f6nnen wir gemeinsam dem nicht vorgreifen?<\/p>\n<p>Nun ein kleiner Ausflug in die Biologie und der Informatik:<br \/>\nDer Mensch ist heute in der Lage, riesige Datenmengen zu nutzen, ob aus B\u00fcchern, aber auch nur durch das Speichern auf Computern, bis hin zum Stic, Zugangsm\u00f6glichkeiten auf Internet usw. usf., aber er wird trotz st\u00e4ndig fortgesetzter Erkenntnisse  wohl nicht aus heutiger Sicht fertigbringen, was an Informationen\/ Erbgut ausgetauscht\/ vereinigt wird bei der Vereinigung einer winzigen Eizelle mit einem Samenf\u00e4dchen, so, wie eben ein Kind entsteht im Mutterbauch (das M\u00e4dchen im K\u00f6rper meiner Tochter ist immerhin schon 41 cm gro\u00df und etwa 1450 gr schwer, es nuckelt st\u00e4ndig am Finger \u2013 ist es auch schon konditioniert?); wo beginnt Menschsein?<\/p>\n<p>Ich denke, Menschsein beginnt dort, wo wir in der Lage sind, \u201eSchalter\u201c zu benutzen; das Ziel der Menschwerdung vor Augen nie verlieren, ausdebattieren, aber sich nicht in Nebens\u00e4chlichkeiten verlieren, bis in den Urschleim alles nachvollziehen, eben alles beurteilen zu wollen bis ins kleinste Detail, dazu gibt es die Wissenschaften; jedes Detail und seine hundertste Auslegung blockieren den Proze\u00df, es gibt genug Wissen, aber seine Anwendung fehlt in der Praxis (Marx \u2013 Feuerbachthesen), danach hilft nicht Geschwafel, Streit um Auslegung, Zerw\u00fcrfnisse, die dann selbst manchmal unter die G\u00fcrtellinie gehen) Mi\u00dfdeutungen oder sonst was; wir m\u00fcssen lernen, gemeinsam Menschen zu werden, das ist mein Fazit aus Jahrtausenden Menschenleben und ihrer Vernichtung durch sich selbst!!!<\/p>\n<p>In diesem Sinne auf allen Frequenzen einen sch\u00f6nen, nachdenklichen Tag und viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nAndreas Kr\u00f6del<\/p>\n<p>\u201e19 Denn obwohl ich frei bin von jedermann, [a]habe ich doch mich selbst jedermann zum Knecht gemacht, damit ich m\u00f6glichst viele gewinne.<br \/>\na) Mt 20,27; R\u00f6m 15,2<br \/>\n20 [a]Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden \u2013 obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetz bin \u2013, damit ich die, die unter dem Gesetz sind, gewinne.<br \/>\na) (20-22) Kap 10,33; Apg 16,3; 21,20-26<br \/>\n21 Denen, die ohne Gesetz sind, [a]bin ich wie einer ohne Gesetz geworden \u2013 obwohl ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin in dem Gesetz Christi \u2013, damit ich die, die ohne Gesetz sind, gewinne.<br \/>\na) Gal 2,3<br \/>\n22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, [a]damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.<br \/>\na) R\u00f6m 11,14<br \/>\n23 Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben.\u201c<\/p>\n<p>\u201e1. Brief des Paulus an die Korinther\u201c 9:19-23 Quelle wie oben<\/p>\n<p>Hinweis zu &#8222;Das freigeistige Wort zum Sonntag&#8220;: Die Idee besteht darin, dass ausgehend von einem Zitat eine kurze Meinungsdarstellung verschiedener Autoren ver\u00f6ffentlicht wird, \u00fcber welche  dann diskutiert werden kann.<\/p>\n<p>Die Redaktion liegt bei Andreas Kr\u00f6del. Das bedeutet, das an seine Adresse  (an-kroedel@t-online.de) jederzeit unter der Bemerkung &#8222;WzS &#8211; Entwurf&#8220; Texte gesendet werden k\u00f6nnen und diese dann zeitlich eingeordnet und dann in der Freidenker-ML jeweils am Sonnabend oder Sonntag ver\u00f6ffentlicht werden. Ich hoffe auf aktive Vielfalt. F\u00fcr die Texte ist der jeweilige Autor selbst verantwortlich.<br \/>\nDargestellte Meinungen m\u00fcssen nicht mit der Meinung der Redaktion \u00fcbereinstimmen. <\/p>\n<p>Das freigeistige Wort zum Sonntag, den 26. 02. 2012 von Kurt Wolfgang Ringel<\/p>\n<p>WzS 08: LEBENSZIEL<br \/>\n________________________________________<br \/>\n( 26. Februar 2012 )<br \/>\nKurt Wolfgang Ringel, Celler Heerstra\u00dfe 34, 38114 Braunschweig, Tel.: 0351-2503744<br \/>\nMitglied im Deutschen Freidenkerverband<br \/>\nLandesverband Niedersachsen<br \/>\n________________________________________<\/p>\n<p>Aufkl\u00e4rung und Lebensziel des Menschen<\/p>\n<p>\u00bbMEPHISTOPHELES:<br \/>\nDa du, o Herr, dich einmal wieder nahst<br \/>\nUnd fragst, wie alles sich bei uns befinde,<br \/>\nUnd du mich sonst gew\u00f6hnlich gerne sahst,<br \/>\nSo siehst du mich auch unter dem Gesinde.<br \/>\n&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>Von Sonn&#8216; und Welten wei\u00df ich nichts zu sagen;<br \/>\nIch sehe nur, wie sich die Menschen plagen.<br \/>\nDer kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag<br \/>\nUnd ist so wunderlich als wie am ersten Tag.<br \/>\nEin wenig besser w\u00fcrd er leben,<br \/>\nH\u00e4ttst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;<br \/>\nEr nennt&#8217;s Vernunft und braucht&#8217;s allein,<br \/>\nNur tierischer als jedes Tier zu sein.<br \/>\nEr scheint mir, mit Verlaub von Euer Gnaden,<br \/>\nWie eine der langbeinigen Zikaden,<br \/>\nDie immer fliegt und fliegend springt<br \/>\nUnd gleich im Gras ihr altes Liedchen singt;<br \/>\nUnd l\u00e4g er nur noch immer in dem Grase!<br \/>\nIn jeden Quark begr\u00e4bt er seine Nase.<\/p>\n<p>DER HERR: Hast du mir weiter nichts zu sagen?<br \/>\nKommst du nur immer anzuklagen?\u00ab [1]<br \/>\nLiebe Leserinnen, liebe Leser,<\/p>\n<p>Andreas Kr\u00f6del hat vor einer Woche im freigeistigen Wort unsere Blicke auf die Zust\u00e4nde der Gegenwart gelenkt. Auch scheint es so, als h\u00e4tte Mephistopheles mit seinen Worten recht. Wie ist das nun mit dem Menschen? Er allein hat doch den Schein des Himmellichtes, hat Verstand. Doch betrachten wir die Geschichte, m\u00fcssen wir uns fragen, wie und wozu der Mensch diese M\u00f6glichkeiten nutzt.<br \/>\nWir Menschen m\u00fcssen uns bewusst sein, es gibt keine Vorschriften, weder von Gott oder von sonst wen, die f\u00fcr alle Lebewesen verbindlich sind und die wir einhalten m\u00fcssen. Einzig die biologischen Bedingungen m\u00fcssen wir erf\u00fcllen, um unseren Organismus am Leben zu erhalten. Ansonsten, besonders im kulturellem Bereich, haben wir Menschen viele M\u00f6glichkeiten, unser Leben zu gestalten. Deshalb muss der Mensch bef\u00e4higt werden, seine Chance in der Welt zu erkennen und sinnvoll mittels seinem Willen zu gestalten. Voraussetzung dazu ist die Aufkl\u00e4rung. Sie ist \u00bbder Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unm\u00fcndigkeit.\u00ab \u201c [2] Nur ein Mensch, der selbst denkt, ist auch f\u00e4hig, \u00fcber sich selbst und \u00fcber die Welt nachzudenken. Dazu muss er sich Hilfsmittel bedienen, wie der Philosophie, dem Wissen \u00fcber Natur und Gesellschaft.<br \/>\nTrotzdem, sein Leben selbst zu gestalten, gelingt nur wenigen. Das hat seine Ursachen in den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen, unter denen die Menschen leben bzw. leben m\u00fcssen. \u00bbDer Mensch ist das Produkt eines Systems, das er selbst geschaffen hat und in dem er zum willenlosen R\u00e4dchen verkommen ist, unf\u00e4hig, sich selbst zu bestimmen, abh\u00e4ngig und vor allem getrieben von einem unb\u00e4ndigen Egoismus, der durch Medien und Produktionswerbung weiter bedient wird.\u00ab [3]<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser,<\/p>\n<p>Helmut Plessner (1892-1985) entwickelt in seinem Werk &#8222;Die Stufen des Organischen und der Mensch&#8220; eine auf die Ergebnisse der Biologie gest\u00fctzte Anthropologie. Alles Lebendige zeichnet sich durch seine Positionalit\u00e4t aus, d.h., es setzt das in ihm Seiende gegen die au\u00dfer ihm Bestehende Umwelt ab, auf die es bezogen ist und von der es R\u00fcckwirkungen empf\u00e4ngt.<br \/>\n\u00bbAnders als das Tier, das an seine Umwelt genau angepasst ist und von einer durchg\u00e4ngigen Instinktsteuerung geleitet wird, ist der Mensch biologisch ein M\u00e4ngelwesen. Aufgrund seiner Unangepasstheit und Instinktreduktion ist er in seiner Existenz st\u00e4ndig bedroht. Dem entspricht aber andererseits seine Weltoffenheit und damit seiner Lernf\u00e4higkeit. So muss der Mensch seine \u00dcberlebensf\u00e4higkeit erst durch sein Handeln sichern, indem er sich eine k\u00fcnstliche Umwelt, die Kultur, schafft. Aufgrund seiner mangelhaften Instinktausstattung und Weltoffenheit steht der Mensch einer st\u00e4ndigen \u00dcberf\u00fclle an Eindr\u00fccken und damit an Handlungs- und Weltauslegungsm\u00f6glichkeiten gegen\u00fcber, die er ohne Hilfe nicht bew\u00e4ltigen k\u00f6nnte. Viele menschliche Eigenschaften und Einrichtungen sind daher aus ihrer Entlastungsfunktion zu erkl\u00e4ren, indem sie Ordnung und Identit\u00e4t erm\u00f6glichen: dazu geh\u00f6ren die gesellschaftlichen Institutionen oder die Innenleistungen wie Sprache, Denken Phantasie.\u00ab . [4]<br \/>\nWas wir heute erleben erinnert mich weniger an die Primaten, sondern eher an Primitive. Gewiss, die Technik hat sich entwickelt und der Mensch hat Vorteile davon. Aber statt die Technik sinnvoll und auch sparsam einzusetzen, wird sie oft zum Schaden seiner selbst benutzt. Das gilt besonders f\u00fcr die Rohstoffe und f\u00fcr die ben\u00f6tigte Energie. So ist z. B. das Auto f\u00fcr viele Menschen zur Droge geworden. Sie konsumieren Kilometer. Es ist aber ein Irrtum, anzunehmen, die Technik er\u00f6ffne unbegrenzte M\u00f6glichkeiten. Aber die Natur kann durch die Technik nicht ersetzt werden.<br \/>\nWir m\u00fcssen uns fragen, ob der Mensch im Konsum seinen Lebenszweck sieht. Es kommt ihm doch nicht zu sehr auf Qualit\u00e4t, sondern auf Lebensquantit\u00e4t an. Wie beantworten Sie die Frage: Soll ich genie\u00dfen oder konsumieren? Das Genie\u00dfen ist doch sehr stark von den inneren Werten abh\u00e4ngig. W\u00e4hlen wir nur die Dinge aus, die f\u00fcr uns von Vorteil sind?<br \/>\nWenn der Mensch nur arbeitet, ohne einen Teil seiner Fr\u00fcchte zu genie\u00dfen, dann m\u00fcssen wir uns fragen, was hat er dann von seinem Leben. Er ist dann f\u00fcrwahr traurig dran. Sogar die Tiere haben es besser als Menschen, die nur arbeiten. Tiere legen sich zwar Vorr\u00e4te an, bauen Behausungen; aber vor allem genie\u00dfen sie ihr Leben und nutzen es sinnvoll.<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser,<\/p>\n<p>nun fragen wir uns, warum der Mensch so oft Entscheidungen getroffen hat und trifft, die f\u00fcr ihn sch\u00e4dlich sind. Schuld daran sind die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse. Ein Teil der Gesellschaft unterdr\u00fcckt die Menschheit. Und dies aus Habgier und Profitsucht. Der Kapitalismus erf\u00fcllt keinesfalls diesen Zweck, dem Menschen hilfreich zu sein. Im Gegenteil, er steht jeder sinnvollen Entwicklung der Menschheit im Wege. Profitgesellschaft und vern\u00fcnftige Lebensweise sind unvereinbar!<br \/>\nDeshalb der gegenw\u00e4rtige Hilferuf nach Aufkl\u00e4rung der Menschen. Aufkl\u00e4rung, die vor allem auch hei\u00dft, den Menschen zu logischem Denken zu erziehen. Nur so k\u00f6nnen die Menschen aus ihren miserablen Verh\u00e4ltnissen herausgerissen werden. In diesem Sinne versteht ich die Worte von Andreas Kr\u00f6del (FG WzS 07 vom 19. Feb 2012). <\/p>\n<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser,<\/p>\n<p>doch, was denken Sie, woher aber soll der Widerstand kommen?<br \/>\n\u00bb Daher, da\u00df der Mensch sich, nicht fremdbestimmen lassen will. Im Menschen ist &#8211; im Gegensatz zum Tier &#8211; der Anspruch auf Totalit\u00e4t verankert. Dies bringt ihn dazu, die Welt begreifen zu wollen, sich in der Welt als ein geschichtliches Subjekt einzufordern. Ein epistemisches Subjekt, sagt man in der Soziologie: kennen und tun, verstehen und handeln. Die Existenz eines Menschen und eines Volkes kann nur als sinnvoll und sinnschaffend verstanden werden, wenn sie sich einschreibt in eine geschichtliche Bewegung..<br \/>\nDieser Grundanspruch einer sinnvollen Existenz kann verschiedene Formen annehmen: die Form prim\u00e4rer Hungerrevolten, die Form des direkten Kampfes gegen die konkrete Ungerechtigkeit, die Form eines Aufstands gegen die Fremdbestimmung in unseren \u00dcberflussgesellschaften. Das ist ein Motor, den keine Macht, kein Fernsehkretinismus abstellen kann, auch wenn die \u00d6ffentlichkeit heute v\u00f6llig zerst\u00f6rt ist.\u00ab [5] Denken wir unter diesen Gesichtspunkten an attac, an die Occupy-Bewegung und an alle Initiativen, die eine menschliche Gesellschaft erstreiten wollen. Und die f\u00fcr die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Damit alle Menschen nach ihrer Fasson gl\u00fccklich werden k\u00f6nnen, muss zuerst die M\u00f6glichkeit daf\u00fcr geschaffen werden. Und diese hei\u00dft Beseitigung des kapitalistischen Systems und Aufbau einer Gesellschaft ohne jede Unterdr\u00fcckung der Menschen:<br \/>\n\u00bbDer Mensch lebt heute im Zustand der Dem\u00fctigung und der Verknechtung. Es gilt, sich gegen die Lage der Dinge zur Wehr zu setzen und den Verantwortlichen zu zeigen, dass sie kein Recht haben, die ganze Menschheit als ihr Privateigentum zu behandeln. Die W\u00fcrde und die Freiheit des Menschen sind unver\u00e4u\u00dferlich, und jeder Versuch, sie anzutasten, verdient keine andere Antwort als den offenen Widerstand. Wohlgemerkt: es geht nicht nur darum, die sozial\u00f6konomischen Missst\u00e4nde der Ausbeutergesellschaft zu beseitigen, sondern darum, die Weichen f\u00fcr die Errichtung einer Gesellschaft zu stellen, in der jedes ihrer Mitglieder die Chance bekommt, ein freies, menschenw\u00fcrdiges, sinnvolles und sch\u00f6pferisches Dasein zu f\u00fchren. \u00ab [6] <\/p>\n<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser,<\/p>\n<p>QUELLEN:<\/p>\n<p>[1] Johann Wolfgang von Goethe, BIBLIOTHEK DEUTSCHER KLASSIKER, Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, Erste Auflage 1966, Vierter Band, S. 149<\/p>\n<p>[2] Immanuel Kant ( 1724 \u2013 1804), deutscher Philosoph <\/p>\n<p>[3] Peter H. Arras (*XXXX), deutscher Tierarzt?, Zoologe im N\u00fcrnberger Zoo, &#8230;ist Fachberater f\u00fcr Tierschutz- und Tierhaltung und ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der \u201eAKT \u2013 Aktion konsequenter Tierschutz\u201c *\/<\/p>\n<p>[4] &#8222;dtv-Atlas zur Philosophie&#8220; (Tafeln und Texte), Peter Kunzmann\/Franz-Peter Burkard\/Franz Wiedmann, Deutscher Taschenbuch Verlag, 2. Auflage 1991<\/p>\n<p>[5] Wir brauchen den Aufstand \u2013 Punkt Schlu\u00df; ND-Serie: Was kommt von links?<br \/>\nHeute : Jan Ziegler; In: Neues Deutschland vom 02. Mai 1997 <\/p>\n<p>[6] Heleno Sana, \u201eMacht ohne Moral\u201c\/ Die Herrschaft des Westens und ihre Grundlagen, Papyrossa Verlag 2003; S.228 <\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche uns allen ein angenehmes Wochenende. Und, ganz im Sinne von Andreas, denkt mal dr\u00fcber nach. <\/p>\n<p>Mit menschlichen Gr\u00fc\u00dfen <\/p>\n<p>Kurt Wolfgang Ringel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut, und hallo, da ich hier namentlich von meinem Freund Wolfgang genannt werde, beweist, dass zumindest er mein WzS gelesen, und mir in den Darlegungen zustimmt. 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